Wochenanalyse Trendfolge

Was ist ein gleitender Durchschnitt? (Wochenanalyse vom 5.8.2015)

image_pdfimage_print

1358,84€ haben Sie im Optionsschein-Depot seit der letzten Wochenanalyse verdient, wenn Sie mit einem Anfangskapital von 10.000€ gemäß Musterdepot investiert sind, immerhin ein Plus von fast 14% bezogen auf Ihren ursprünglichen Einsatz in nur einer Woche. Hätte der Markt nicht so negativ auf die eigentlich guten Quartalszahlen von Walt Disney reagiert, hätte es noch viel mehr sein können. Aber wir wollen nicht auf hohem Niveau jammern, immerhin ist unser Walt Disney Schein immer noch mit ca. 150% im Plus. In Wochen wie diesen werden Sie für Ihre Geduld entlohnt, die Sie manchmal mitbringen müssen, wenn eines unserer Depots eine Weile nur seitwärts läuft oder auch mal ein wenig abgeben muss. Doch bevor wir zum Markt kommen, möchte ich mit Ihnen einen Ausflug in die Charttechnik machen und die Frage, was gleitende Durchschnitte sind:

Was ist ein gleitender Durchschnitt?

Sicherlich ist Ihnen schon aufgefallen, dass ich in meinen Analysen manchmal von der 200-Tage-Linie oder vom gleitenden Durchschnitt auf 200-Tage-Basis (auch abgekürzt GD200) spreche. Beides ist übrigens das Gleiche. Ich kann nicht voraussetzen, dass jeder meiner Abonnenten nachvollziehen kann, was sich dahinter verbirgt. Damit Sie die Begriffe besser verstehen und meine Analysen noch besser nachvollziehen können, möchte ich heute kurz darauf eingehen, wie eine solche Linie entsteht.

Wenn wir den aktuellen Wert eines gleitenden Durchschnitts berechnen, dann ist das nichts anderes als der Durchschnitt der letzten Schlusskurse. Für diese Einführung ist es nicht wichtig, dass es auch spezielle Berechnungsmethoden wie den exponentiellen gleitenden Durchschnitt gibt, wir belassen die Betrachtung beim einfachen gleitenden Durchschnitt. Der aktuelle Wert der 200-Tage-Linie ist also nichts anderes als der Durchschnitt der Schlusskurse der letzten 200 Handelstage.

Wie wird aus diesem Wert aber nun ein gleitender Durchschnitt oder eine Linie? Ganz einfach: Mit jedem neuen Schlusskurs ändert sich dieser Durchschnitt natürlich ein bisschen. Mit dem Schlusskurs vom heutigen Abend fließt der Schlusskurs des heutigen Tages in die Berechnung mit ein, der älteste Wert fällt heraus. Wenn wir den so jeden Tag neu berechneten Durchschnitt im Chart eintragen und die Werte miteinander verbinden, dann erhalten wir die 200-Tage-Linie. Je nachdem, wieviele Tage wir in die Berechnung mit einbeziehen, kann daraus eine sehr flache, wenig schwankende Linie entstehen, wie die 200-Tage-Linie. Bei kurzfristigen Betrachtungen wie der 50-Tage-Linie oder der 20-Tage-Linie dagegen bewegt diese sich sehr viel näher und enger am Kurs und schwankt auch stärker, weil viel weniger Werte in die Berechnung einfließen und jeder neue Wert für eine stärkere Veränderung des Durchschnitts sorgt.

Wieviele Tage Sie für den gleitenden Durchschnitt benutzen, hängt vom Zeithorizont ab, den Sie analysieren wollen. Für kurzfristige Analysen ist die 20-Tage-Linie üblich, die 4 Wochen umfasst, wenn man Feiertage mal außer Acht lässt, für mittelfristige Analysen die 10 Wochen umfassende 50-Tage-Linie. Und langfristig orientierte Anleger schauen sich vor allem die 200-Tage-Linie an, manchmal auch die 256-Tage-Linie, weil diese alle Handelstage des letzten Jahres umfasst. Ich persönlich halte die 200-Tage-Linie jedoch für wichtiger, einfach weil Sie unter den meisten Anlegern mehr Beachtung findet und jeder Indikator ein Stück sich selbst erfüllende Prophezeiung enthält.

Was kann man mit den so berechneten gleitenden Durchschnitten also machen? Zunächst einmal kann man betrachten, ob sie steigen oder fallen. Bei einem Trendfolger, der immer wieder neue Höchststände ausbildet, sollten diese Linien natürlich kontinuierlich steigen. Solange der heutige Schlusskurs höher ist als der Schlusskurs vor 200 Handelstagen, der mit der heutigen Berechnung herausfällt, wird die Linie steigen.

Als nächstes kann man betrachten, ob der aktuelle Aktienkurs über oder unter der 200-Tage-Linie liegt. Solange der Kurs darüber liegt, bedeutet dass, dass der aktuelle Kurs höher ist als im Durchschnitt der letzten 200 Tage. Auch das sollte bei einem guten Trendfolger meistens der Fall sein. Fällt er doch einmal darunter und die Aktie beginnt sich anschließend wieder zu erholen, dann gilt ein Durchkreuzen der 200-Tage-Linie durch den Kurs von unten nach oben als Kaufsignal. Es ist ein Zeichen, dass die Erholung des Kurses eine gewisse Nachhaltigkeit hat. Ebenso gilt es als Kaufsignal, wenn ein kurzfristiger gleitender Durchschnitt einen längeren von unten nach oben durchkreuzt, beispielsweise die 50-Tage-Linie den gleitenden Durchschnitt auf 200-Tage-Basis durchstößt.

Die 200-Tage-Linie ist außerdem eine gute Unterstützung in Korrekturen – da wären wir wieder bei der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Wenn eine gute Trendfolgeaktie, die immer weiter steigt, in den Bereich des gleitenden Durchschnitts der letzten 200 Tage zurückfällt, dann wird dies oft als Schnäppchenpreis betrachtet und es finden sich eine Vielzahl von Käufern, die den Kurs wieder nach oben treiben. Umgekehrt ist es ein sehr schlechtes Zeichen, wenn diese Reaktion ausbleibt und der langfristige gleitende Durchschnitt von einem Trendfolger ohne Gegenwehr wie Butter nach unten durchschnitten wird. Dann ist oft etwas mit der Entwicklung nicht in Ordnung und man sollte hellhörig werden.

Schließlich ist die 200-Tage-Linie auch noch ein gutes Signal für Überhitzungen in der Kursentwicklung, und zwar wenn wir den Abstand des aktuellen Kurses von der 200-Tage-Linie in Prozent betrachten. Wie eben erläutert, sollte sich ein guter Trendfolger natürlich so oft und so lange wie möglich oberhalb dieses gleitenden Durchschnitts aufhalten. Gerade für einen Einstieg ist es aber meist ein schlechter Zeitpunkt, wenn der Kurs schon zu weit davon gelaufen ist, denn auch Trendfolger machen immer mal wieder Korrekturen mit, die Sie in den Bereich dieses gleitenden Durchschnitts zurückführen. Leider lässt sich hier kein pauschaler Wert nennen, bei dem es kritisch wird. Was ich mache, ist den aktuellen Abstand mit den historischen Spitzenwerten zu vergleichen und mir anzuschauen, wie weit sich eine Aktie bisher maximal in der Spitze vom gleitenden Durchschnitt auf 200-Tage-Basis entfernen konnte und wo es ein starkes Rückschlagspotential gibt.

Die 200-Tage-Linie ist also ein sehr einfacher, aber dennoch sehr vielseitig einsetzbarer Indikator und gerade die Tatsache, dass ihn so viele Analysten und auch kleine Anleger verwenden und sich an ihm orientieren, macht ihn so stark in seiner Aussagekraft.

Eines sei aber noch gesagt: Natürlich kann die Betrachtung von gleitenden Durchschnitten immer nur eines von mehreren Indizien sein, wenn es darum geht, Kauf- oder Verkaufsentscheidungen von Aktien zu treffen. Automatisierte Handelssysteme, die alleine auf Signalen aus gleitenden Durchschnitten basieren, funktionieren in der Regel nicht oder nur für eine kurze Zeit.

Marktanalyse

Insbesondere der DAX sendet nun wieder positive Signale und bewegt sich leicht nach oben. Allerdings rechne ich noch nicht so bald mit neuen Allzeithochs, vermutlich wird es noch eine Weile seitwärts gehen. Unsere Depots sind diese Woche geradezu explodiert.

Besonders der amerikanische Markt tut sich jedoch insgesamt immer noch schwer und kann keine Dynamik nach oben entwickeln. Diese Woche konnten unsere Trendfolger ihre Stärken jedoch voll ausspielen und haben sich vom Gesamtmarkt abkoppelt.

Analyse Trendfolger Fuchs Petrolub

Chart von Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.
Chart von Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH.Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Fuchs Petrolub Vz. ist ein schönes Beispiel dafür, dass man manchmal ein bisschen Geduld braucht. Den Optionsschein hatten wir am 27.1. gekauft, Kaufgrund war der Ausbruch über das Dezember-Hoch (untere rote Linie). Tatsächlich ging es anschließend sehr schnell in den Bereich um die 40€, schnelle 10% Plus im Aktienkurs katapultierten unseren Optionsschein innerhalb kürzester Zeit um knapp 60% nach oben. Danach erwies sich die 40€-Marke jedoch als harter Widerstand. Drei Versuche im April, Mai und Juli, sie zu überwinden, stellten sich im Nachhinein als nicht nachhaltig heraus und wurden nach einigen Tagen wieder abverkauft.

Ein guter Trendfolger muss seinen Umsatz und Gewinn immer weiter steigern, nur dann kann der Aktienkurs weiter steigen. Das kann durch neue Geschäftsfelder oder Produkte erfolgen oder durch die Weiterentwicklung von bestehenden Produkten und Dienstleistungen. Eine weitere Möglichkeit sind auch durch sinnvolle Zukäufe. Am Samstag verkündete Fuchs Petrolub die Übernahme der skandinavischen Statoil Fuel & Retail Lubricants. Der Markt honoriert es mit einem Plus von mehr als 10% in der Aktie. Unser Optionsschein liegt jetzt mit 137% im Plus.

 

Trendfolge-Optionsscheindepot inklusive Aufbauplan für Neueinsteiger

Das Millionen-Depot steht nun bei 15.005,73€ und ist von unserem Jahresziel gemäß Aufbauplan – 16.000€ am 31.12.2015  – nicht einmal mehr 1000 Euro entfernt.

Wir werden uns heute von einem Wert trennen. Außerdem bitte ich Sie, bei Nachkäufen einen Optionsschein derzeit nicht mehr zu kaufen. Dieser läuft Anfang 2016 aus und wird in Kürze in einen neuen Schein mit längerer Laufzeit und angepasster Basis gerollt.

Warum müssen wir Scheine überhaupt rollen? Optionsscheine unterliegen einem so genannten Zeitwertverlust, verlieren also unabhängig von der Entwicklung der zugrunde liegenden Aktie jeden Tag einen kleinen Prozentsatz. Dieser ist jedoch nicht immer gleich, sondern wird innerhalb der letzten 3-6 Monate vor Ablauf besonders hoch. Dazu kommt, dass der Hebel nicht mehr ideal wirkt, wenn sich ein Wert zu stark von seinem Basispreis entfernt hat. Deshalb rollen wir den Schein in etwa ein halbes Jahr vor Ablauf. Der genaue Termin ist dabei immer vom aktuellen Chartbild abhängig.

nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs oder Optionsscheinpakets der Lehne Trendfolgestrategie
Testen Sie den Premiumbereich jetzt einen ganzen Monat lang für nur 1 Euro!

Trendfolge-Premium-Aktiendepot inklusive Aufbauplan für Neueinsteiger

Auch das Aktiendepot hat deutlich hinzugewonnen und ist nun mit knapp 8% im Plus. Hier fehlen nur noch gut 200€ für meine angestrebte Rendite von mindestens 10% jährlich. Wenn die Märkte mitspielen, werden wir wohl sogar mehr schaffen. Immerhin drei unserer Werte haben jetzt schon um mehr als 20% seit Kauf zugelegt.

Depotübersicht

nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs oder Aktienpakets der Lehne Trendfolgestrategie
Testen Sie den Premiumbereich jetzt einen ganzen Monat lang für nur 1 Euro!

Aktuell interessante Trendfolger

In dieser Rubrik stelle ich weitere Trendfolger vor, die mir bei der täglichen Chartanalyse aktuell auffallen, die aber aus dem einen oder anderen Grund nicht in die Musterdepots aufgenommen werden können. Wenn Sie etwas Geld zum Investieren übrig haben, lohnt es sich, einen Blick auf diese Aktien zu werfen. Bitte beachten Sie, dass diese Trendfolger im Gegensatz zum Musterdepot von mir nicht fortlaufend betreut werden, sondern Sie sich um eine geeignete Ein- und Ausstiegsstrategie selbst kümmern müssen. Nicht auf alle hier vorgestellten Trendfolge-Aktien gibt es auch Optionsscheine zu kaufen.

nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs oder eines anderen Pakets der Lehne Trendfolgestrategie
Testen Sie den Premiumbereich jetzt einen ganzen Monat lang für nur 1 Euro!

Wenn Sie Fragen zur Lehne Trendfolgestrategie haben, beantworte ich diese jederzeit gerne persönlich unter trendfolge@lehne.de.

Kategorie:Trendfolge-TradesWochenanalysen

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

Risikohinweise sowie Hinweise bzgl. Interessenkonflikten:
Ziel dieser Website ist es, Trendfolgestrategien vorzustellen. Die hier besprochenen Käufe von Aktien und Optionsscheinen finden in einem real bei einer deutschen Bank geführten Musterdepot statt. Sie können jedoch keine individuelle Anlageempfehlung oder Investmentberatung darstellen. Sie richten sich an eigenverantwortliche Anleger, die Chancen und Risikon von Aktien und Optionsscheinen einschätzen können. Aktien und Optionsscheine sind Investments, bei denen in extremen Fällen eine Position bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sinken kann. Sollte ein Leser oder Abonnent dieser Seite aufgrund von hier getätigten Empfehlungen Anlageentscheidungen treffen, trägt er das volle Risiko der getätigten Investition selbst. In den hier vorgestellten Aktien und Optionsscheinen bin ich selbst investiert, in den Musterdepots mit mindestens 100% des angegebenen Kapitals.