Der Lehne Trendfolge-Indikator

DAX – Allzeithoch oder Crash?

Der DAX steht vor einer wichtigen Entscheidung: Die 12.000 Punkte-Marke ist nun schon die dritte Woche hintereinander umkämpft. Immer wieder versuchen die Bullen, den Index über die Marke zu drücken, immer wieder scheitern sie.

Geht den Bullen jetzt endgültig die Luft aus? Ist das der Vorbote eines großen Crashs? Oder ist das nur ein kurzes Verschnaufen, bevor es endgültig Richtung Allzeithoch geht? Ich möchte mir in dieser Sonderanalyse gemeinsam mit Ihnen anschauen, welche Argumente für steigende Kurse sprechen und welche Argumente für fallende Kurse.

Charttechnik

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Bei 10.800 Punkten sehen Sie noch die dicke rote Linie, die uns letztes Jahr vier Monate lang geärgert hat. Nach dem Ausbruch über diesen Bereich ging es rasant nach oben bis an die obere Begrenzung des mittelfristigen Trendkanals (dünne rote Linien). Dieser Kanal hatte sich in den ersten Monaten des Jahres 2016 durch die Tiefs von Februar und Juni und das Hoch vom April ergeben (hier nicht mehr zu sehen).

Insgesamt drei Mal hat der DAX seit der ersten Berührung den Trendkanal oben getestet und damit dessen Relevanz bestätigt. Ein Ausbruch über die obere Begrenzung des Kanals, also eine Trendbeschleunigung, wäre die einzige Möglichkeit, das Allzeithoch schnell zu erreichen. Ab Ende April würde es dann innerhalb des Kanals liegen.

Ist der DAX charttechnisch überhitzt? Ein wenig ja, das lässt sich nicht leugnen. Seit 6. Dezember 2016 hat der Index nur zweimal unter der 20-Tage-Linie (grün) geschlossen. Das ist ungewöhnlich, spricht aber für eine starke Rallye. Außerdem notiert er mehr als 10 % über der langfristigen 200-Tage-Linie (rot). In normalen Marktphasen ist in diesem Bereich Schluss. Lediglich in starken Rallyes wie im Frühjahr 2015 lag er noch weiter darüber.

Intakt ist der kurzfristige Trend nach wie vor: Wir sehen eine Serie aus höheren Hochs und höheren Tiefs. Und solange nicht zumindest die kurzfristige 20-Tage-Linie bricht, ist nichts angebrannt.

Trotzdem müssen die Bullen jetzt langsam Gas geben, wenn sie diesen kurzfristigen Trend retten möchten und nachhaltig über die 12.000 Punkte kommen.

Charttechnisch sehe ich mit dem Kurs in der Nähe der oberen Begrenzung des Trendkanals und dem hohen Abstand zur 200-Tage-Linie eher die Wahrscheinlichkeit für eine kleine Korrektur als für eine Trendbeschleunigung. Schauen wir uns jedoch noch einige andere Faktoren an.

FED-Sitzung

Am Mittwoch steht die nächste US-Notenbanksitzung an. Mittlerweile erwarten 90 % der Marktteilnehmer den nächsten Zinsschritt für die kommende Woche. Viel Überraschungspotenzial sehe ich nicht. Dennoch gilt: Vor solchen Entscheidungen halten sich die Marktteilnehmer gerne zurück. Die Sitzung könnte also zusammen mit der EZB-Sitzung vom vergangenen Donnerstag bisher ein Hemmschuh für die Märkte gewesen sein.

Wahlen in Holland

Außerdem wählen die Niederlande ebenfalls am Mittwoch ihr neues Parlament. Nationalist Geert Wilders ist das Schreckgespenst, das überall durch die Medien geistert. Doch bleiben wir realistisch: Die Umfragen sehen seine Partei bei etwa 16 %. Eine Koalition im holländischen Vielparteiensystem, die einen Austritt aus der EU zustande bringt, ist nicht in Sicht. Natürlich, es wäre ein negatives Signal, wenn eine nationalistische Partei stärkste Kraft wird. Doch es wird die EU nicht zu Fall bringen und somit auch keinen Crash auslösen.

Größeres Überraschungspotenzial bieten die französischen Präsidentschaftswahlen: Es gilt als ausgemacht, dass Le Pen wohl in die Stichwahl kommt, diese aber dann verlieren wird. Sollte sie wider Erwarten Präsidentin werden, dürften die Märkte das negativ aufnehmen. Zwar kann auch sie nicht im Alleingang aus der EU austreten. Das Klima würde sich dennoch verschlechtern.

Umgekehrt gilt: Gehen beide Wahlen für die Märkte positiv aus, kann es durchaus eine Erleichterungsrallye geben, die den DAX auf sein Allzeithoch führt.

Verfallstag der Optionen

Doch noch mehr steht in der kommenden Woche an: Am Freitag ist dreifacher Hexensabbat, also großer Verfallstag von Optionen und Futures. Die Stillhalter der Optionen sind hauptsächlich große Adressen, die die Märkte bewegen können. Und das tun sie in solchen Wochen auch. Denn ihr Interesse ist es, möglichst viele Optionen wertlos verfallen zu lassen.

Bei 11.600 Punkten und 12.000 Punkten liegen große Call-Positionen. Die Stillhalter haben ein Interesse daran, dass der Kurs am Freitag nicht über diesen Marken liegt, sonst müssten sie die Optionen auszahlen. Umgekehrt liegen bei 11.600, 11.500 und 11.200 große Put-Positionen. Unter diese Marken darf der Kurse nicht fallen. Ideal für die Stillhalter wäre ein Abrechnungskurs um die 11.600 Punkte.

So könnten es die Stillhalter sein, die den Aufwärtstrend des DAX vorerst stoppen und ihn in Richtung dieser Marke drücken. Umgekehrt gilt aber: Sollte der DAX vor Freitag doch noch die 12.000 Punkte nachhaltig nach oben brechen, müssten sich die Stillhalter absichern. Das würde die Kurse zusätzlich nach oben treiben und könnte die eingangs erwähnte Trendbeschleunigung einleiten.

Sentiment

In der vorletzten Wochenausgabe hatte ich es Ihnen geschrieben: Die Stimmung unter den deutschen Anlegern ist negativ wie seit Jahren nicht. Seitdem ist der Anteil derer, die einen Aufwärtstrend erwarten, sogar noch gefallen. In einer solchen Situation ist ein Crash extrem unwahrscheinlich. Denn wenn die Stimmung schlecht ist, haben Anleger kurzfristige Positionen schon verkauft und sind mit Puts abgesichert.

Überraschungspotenzial besteht eher auf der Oberseite: Wenn die Kurse nach oben laufen, müssen sie ihre Puts auflösen, was die Kurse nach oben treibt und wiederum eine Trendbeschleunigung einleiten könnte.

Fazit

Wenn man alle Punkte zusammenzählt, ergibt sich das folgende Bild:

Der DAX ist kurzfristig in einer intakten Rallye. Diese hat ihn in einen leicht überhitzten Bereich geführt. Eine kleine Korrektur wäre deshalb möglich. Diese könnte den Index z.B. in den Bereich von 11.600 Punkten führen, unterstützt durch Stillhalter, für die es eine optimale Notierung am Freitag wäre. Darunter wartet die große Unterstützung bei 11.400 Punkten. Eine Korrektur in diesen Bereich wäre absolut unproblematisch und würde das kurzfristig bullishe Bild nicht eintrüben. Erst darunter müssten wir anfangen, die Situation noch einmal neu zu analysieren.

Überraschungspotenzial bietet dagegen die Oberseite: Sollte der kurzfristige Trendkanal nach oben verlassen werden und die Kurse Richtung Allzeithoch laufen, würde das viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischen: entweder, weil sie nicht investiert sind und den steigenden Kursen hinterherlaufen, oder weil sie ihre Absicherungspositionen auflösen müssen. Die Kurse könnten dann schnell in eine Trendbeschleunigung und eine Übertreibungsphase laufen.

Für Ihr Depot bedeutet das: Mit unserer Aufstellung liegen wir aktuell goldrichtig. Wenn die Kurse weiter steigen, sind wir mit unseren Calls gut aufgestellt. Kommt es zu einer zwischenzeitlichen Korrektur, wird diese mit hoher Wahrscheinlichkeit nur 5–10 % betragen. Danach können die Kurse wieder steigen.

Für solche kleinen Korrekturen müssen wir unsere langfristigen Positionen nicht auflösen, es sei denn, bei einem einzelnen Wert trübt sich die charttechnische Situation deutlich ein. Falls Absicherungspositionen in Form von Puts nötig werden, informiere ich Sie per Eilmeldung. Unser restliches Cash könnten wir beim nächsten Rückschlag investieren.

Die Wahrscheinlichkeit für einen echten Crash ist derzeit viel geringer als die Wahrscheinlichkeit für eine Übertreibungsphase. Sollte der DAX jedoch jetzt eine moderate Korrektur durchmachen und danach wieder steigen, kann die Rallye auch einfach im vernünftigen Rahmen weitergehen. Das wäre der für uns beste Fall.

Kategorie:Zusatzinfos

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.


Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.



Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts „meiner Trendfolger“ und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.


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