Wochenanalyse Trendfolge

Sind Aktien zu hoch bewertet?

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Zurzeit werden Sie in Finanzmedien immer wieder mit einer Behauptung konfrontiert: Die Aktienmärkte sind schon viel zu weit gelaufen und die meisten Aktien viel zu hoch bewertet! Als Beleg wird dafür oft das Shiller-KGV, auf Englisch CAPE-Ratio, verwendet. Entwickelt wurde es von Robert Shiller, Ökonom an der Yale-Universität und Wirtschaftsnobelpreisträger.

Die Kennzahl setzt die aktuellen Aktienkurse ins Verhältnis zum inflationsbereinigten Gewinn der letzten 10 Jahre. Die Logik dahinter: Sind die Kurse im Vergleich zum Gewinn hoch, dann sind Aktien teuer. Derzeit liegt das Shiller-KGV für den S&P 500 bei etwa 37 und damit auf dem höchsten Stand seit der Dotcom-Rallye Ende der 1990er-Jahre. Diese Tatsache nutzen Crashpropheten gerne, um Ihnen Angst zu machen und Ihnen weiszumachen, dass ein furchtbarer Crash nun bald bevorsteht.

Shiller selbst bezeichnet das Shiller-KGV als nicht mehr aussagekräftig

Was sie Ihnen dabei jedoch verschweigen: Robert Shiller selbst hat gemeinsam mit 2 Mitautoren in einem Artikel vom November 2020 ausgeführt, dass das Shiller-KGV allein nicht mehr aussagekräftig ist. Denn es berücksichtigt die historisch niedrigen Zinsen nicht.

Als Anleger müssen Sie immer eine Abwägung treffen: Wollen Sie Ihr Geld so anlegen, dass Sie eine sichere Rendite bekommen, zum Beispiel mit 10-jährigen Staatsanleihen? Oder investieren Sie es in Aktien, die besonders kurzfristig gesehen ein höheres Risiko beinhalten? Wer sein Geld in riskantere Anlageformen wie Aktien steckt, erwartet dafür normalerweise eine Risikoprämie, also eine höhere Rendite als mit sicheren Anlagen.

Besser als das Shiller-KGV: ECY

Deshalb schlägt Robert Shiller als neue Kennzahl die „Excess CAPE Yield“ (ECY) als Bewertungs-kennzahl vor. Wie berechnet sie sich? Zunächst wird das Shiller-KGV umgedreht. Das umgedrehte KGV führt uns zur Rendite, die ein Unternehmen erwirtschaftet. Von dieser Rendite profitieren Sie als Aktionär zum Beispiel über Dividendenausschüttungen, Aktienrückkäufe, Investitionen in die Zukunft des Unternehmens oder mehr Eigenkapital.

Um die ECY zu ermitteln, wird davon der Realzins auf 10-jährige Staatsanleihen abgezogen. Die Kennzahl ist also die Differenz zwischen der Aktienrendite und der Rendite sicherer Geldanlagen. Das ist nichts anderes als die oben erwähnte Risikoprämie, die Aktionäre für die Investition in Aktien im Vergleich zu Anleihen bekommen. Liegt der ECY-Wert beispielsweise bei 3 %, dann bekommen die Anleger für Ihre Aktieninvestitionen eine um 3 % höhere Rendite als für Investitionen in sichere Staatsanleihen. Je höher die ECY ist, desto attraktiver ist eine Anlage in Aktien im Vergleich zu sicheren Anlagen.

Der ECY-Wert zeigt weltweit attraktive Aktienbewertungen an

Für die USA kam Shiller Ende November auf einen ECY-Wert von 4 %, für Europa und Japan auf 6 % und für Großbritannien auf 10 %. Shiller und seine Kollegen haben die ECY auch historisch analysiert und kommen zu dem Ergebnis, dass sie in allen untersuchten Regionen in der Nähe ihrer Höchststände oder auf Allzeithoch ist, sprich die Anlage in Aktien besonders attraktiv ist.

Quelle: MacroMicro.me

Seit dieser Analyse vom November ist der ECY-Wert für den S&P 500 (blaue Linie im Chart rechts) etwas gefallen, weil die Zinsen gestiegen sind und die Märkte nach oben gelaufen sind. Er liegt jetzt etwas unter dem Niveau, das wir in den Jahren 2014 bis 2018 hatten und immer noch auf einem attraktiveren Niveau als von 2003 und 2007. In beiden Zeiträumen stiegen die Märkte.

Im Chart rechts sehen Sie außerdem, warum im Jahr 2000 ein Crash unausweichlich war: Der ECY-Wert, also die Risikoprämie für Aktienanlagen war negativ. Anleger konnten mit sicheren Staatsanleihen eine höhere Rendite erzielen als mit Aktien. Eine Aktienanlage im Jahr 2000 ergab also unter diesem Gesichtspunkt keinen Sinn mehr. Davon sind wir heute weit entfernt.

Die Märkte können weiter steigen

Die hier vorgestellte Methode ist nur eine von vielen Möglichkeiten, Aktien zu bewerten. Jeder Analyst schwört auf seine eigene Methode. Nehmen Sie es aber nicht kritiklos hin, wenn ein Crashprophet pauschal behauptet, Aktien seien auf dem aktuellen Niveau zu teuer, nur weil die Märkte im letzten Jahr stark gestiegen sind. Fragen Sie ihn, auf welcher Basis er diese Aussage trifft und ob er wirklich alle Einflussfaktoren wie den historisch niedrigen Realzinssatz berücksichtigt hat.

Zusammen mit meinen Argumenten von letzter Woche können wir nur zu einem Schluss kommen: Die Märkte können mittel- bis langfristig weiter steigen!

Premiumbereich

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Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

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