Wochenanalyse Trendfolge

Warum ich mir keine Sorgen um unsere Depots mache

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Wie Sie wissen, arbeite ich schon seit vielen Jahren mit Trendfolgeaktien und Optionsscheinen auf gute Trendfolger und natürlich ist es nicht das erste Mal, dass ich einen Abverkauf erlebe. Aber diesmal war es schon etwas besonders. Solche irrwitzigen Handelsspannen wie am Montag habe ich selten gesehen. Eine Qualitätsaktie wie Mastercard war ausgehend von ihrem Allzeithoch der letzten Woche, das bei knapp unter $100 liegt, intraday etwa 25% im Minus, der Tiefstkurs betrug $74,61. Am Tagesende schloss Mastercard dann dennoch wieder bei gut $90. Innerhalb eines Tages wurden bei manchen Aktien Spannen abgearbeitet, für die sie sonst viele Monate oder ein ganzes Jahr brauchen. Wer da mit Knock Out Zertifikaten investiert war, deren Charakter es ja ist, dass sie auch intraday beim Unterschreiten eines bestimmten Kursniveaus wertlos verfallen, konnte viel Geld verlieren, vielleicht sogar sein ganzes Depot vernichten, denn bei den meisten anderen Aktien sah es ähnlich aus, besonders bei den amerikanischen Werten.

Wie kommen solche Spannen zustande? Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Gut vorstellen könnte ich mir zum Beispiel, dass am Wochenende viele Anleger aufgrund der Nachrichten über die angespannte Lage an den Börsen erstmals seit längerer Zeit auf ihr Depot geschaut haben und beschlossen haben, eine Verkaufsorder für Montag früh in den Markt zu legen. Dann öffnet der Markt schon einmal mit einer Abwärtslücke. Mit dieser wurde dann im wichtigsten amerikanischen Index, dem breiten S&P500 der Ausbruch aus der Monate dauernden Seitwärtsphase nach unten endgültig und nachhaltig bestätigt. Eine hervorragende Gelegenheit für Short-Spekulanten, auf fallende Kurse zu setzen und ein Zeichen für viele weitere Anleger, ihre Positionen zu verkaufen. Automatisierte Handelssysteme springen dann auf den Zug auf und gehen gnadenlose weitere Short-Positionen ein, die dem kurzfristigen Trend folgen und die Kurse in den Keller treiben. Dazu kommt, dass immer mehr Stop-Loss-Kurse ausgelöst werden, denn wenn ein Anleger mit sinnvollen Stop-Loss-Kursen von 10-20% unter dem Marktkurs agiert oder unterhalb des letzten Tiefs, dann wurden diese am Montag bei fast allen Werten ausgelöst und so weitere Verkäufe generiert und der Markt leer geräumt. In ähnlicher Form haben wir das schon im letzten Oktober gesehen, wenn auch nicht ganz so extrem.

Am schlechtesten sind am Ende die Anleger dran, die am Tiefpunkt in Panik verfallen und den Verkaufsknopf drücken. Denn irgendwann gibt es einfach keine kurzfristigen Verkäufer mehr, die Kurse können nicht mehr weiter fallen und es kommt erst einmal zu einer Gegenbewegung. All das sagt noch gar nichts darüber aus, wie es mittel- bis langfristig weitergeht.

Während einer solchen Panik herrscht keine Rationalität mehr an den Börsen. Es wird auf breiter Basis verkauft, was das Zeug hält, ohne darüber nachzudenken, ob das Geschäftsmodell oder die Gewinnentwicklung der einzelnen Aktiengesellschaft gut oder schlecht ist. Oft werden unsere starken Trendfolger in einer solchen Phase anfangs sogar besonders heftig nach unten geprügelt, weil es sich anbietet, nach einer guten Entwicklung auch einmal Gewinne mitzunehmen. Und am Montag war es dann einfach egal, welche Aktie es ist, es wurde einfach alles verkauft, was es am Markt gibt.

Nach dem Verkauf des Fuchs Petrolub Scheins haben alle unsere Optionsscheine nun fast ein ganzes Jahr oder sogar länger Zeit, um neue Höchststände auszubilden. Dennoch wird nicht jeder unserer Trendfolger so lange in unseren Depots verbleiben, denn solche Crashphasen sind die beste Gelegenheit, das Verhalten der Trendfolge-Aktien, die wir im Depot haben, zu analysieren und schlechte gegen bessere Trendfolger zu ersetzen. Sollte der Abverkauf nur der Startschuss für eine länger dauernde Korrektur gewesen sein, dann müssen wir vielleicht auch einige unserer Trendfolger durch Short-Positionen ersetzen, die bei fallenden Kursen dazu gewinnen.

Aber so weit ist es noch nicht: Der erste panikartige Abverkauf macht es völlig unmöglich, irgendwelche Analysen anzustellen, weder charttechnisch noch fundamental, weil er einfach keinen Regeln folgt. Und auch der gestrige Tag gab wenig Aufschluss darüber, wie es weitergehen kann: Während der DAX die Verluste vom Montag intraday schon wieder wettgemacht und vom Tiefpunkt mehr als 800 Punkte gewonnen hatte, drückten die amerikanischen Indizes weiter nach unten. Wir warten mit unserem Depot deshalb erst einmal in Ruhe ab, bis sich die Lage ein wenig beruhigt und analysieren dann, wie die Märkte sich in den nächsten Tagen und Wochen weiter entwickeln. Kommt die fällige Gegenbewegung auch an den amerikanischen Märkten noch oder bleibt sie aus? Wie entwickeln sich die Kurse der einzelnen Trendfolger nach der ersten Gegenbewegung weiter? Bilden sie rasch neue Höchststände? Verbleiben sie im Trendkanal oder bildet sich ein neuer, flacherer Kanal? Oder unterbieten sie weitere Kursmarken und bilden neue Tiefs? Dann wäre es Zeit, sich von ihnen zu trennen, auch mit Verlust.

An einer Tatsache kann diese Entwicklung ohnehin nichts ändern: Daran, dass ich mir um unsere Depots keinerlei Sorgen mache. Ich habe oft genug erlebt, wie gerade nach solchen Abverkäufen und Korrekturen Trendfolge-Depots wie ein Phönix aus der Asche auferstehen, und eine oder mehrere Verdopplungen hinlegen. Und mit der nächsten Verdopplung wäre selbst ein 50% Verlust schnell vergessen, wobei unser Optionsschein-Depot in der letzten Woche „nur“ 23% verloren hat. Das ist ärgerlich, keine Frage. Aber wer Depots führen möchte, die sich auch einmal in wenigen Monaten verdoppeln können, der kann das nicht ohne das Risiko, in schlechten Phasen auch vorübergehende Verluste hinzunehmen.

Wenn Sie mich 10 Jahre dabei begleiten, wie ich aus dem Anfangskapital von 10.000€ eine Million mache, dann sind solche Crashphasen völlig unausweichlich, denn sie finden alle paar Jahre statt und es ist unmöglich, bei jedem Warnzeichen alle Depotpositionen zu verkaufen. Das gäbe ein ständiges hin und her im Depot, das schon alleine wegen der Spreads die Performance auf 10 Jahre gesehen stärker belasten würde, als solche Crashs. Und man könnte auch nach einer solchen Phase nie den perfekten Zeitpunkt für den Wiedereinstieg finden und würde einen wichtigen Teil der Erholung verpassen. Natürlich wäre es mir lieber gewesen, wenn wir genügend Zeit gehabt hätten, ein großes Polster aufzubauen, bevor so etwas passiert. Andererseits werden Sie nach dieser Crashphase, wenn das Depot wieder im Plus ist, auch ein größeres Vertrauen in die Strategie haben, weil Sie dann wissen, dass langfristig unser Depot nichts von seinem Weg abbringen kann.

Wer meinen optionalen Absicherungsstrategien gefolgt ist, steht diesmal besser da als diejenigen, die darauf verzichtet haben. Dennoch bleibe ich auch in der jetzigen Situation bei meiner Meinung, dass man auf 10-Jahres-Sicht ohne Stop-Loss-Kurse besser fährt. Sollten Sie die Stop-Loss-Kurse gesetzt haben und ihr Depot jetzt leergeräumt sein, dann starten Sie bitte wieder mit einem schrittweisen Depotaufbau und investieren Sie nicht alles auf einmal zu den jetzt vermeintlich günstigen Kursen.

Analyse Trendfolger Nike

Chart von Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.
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Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Die untere Trendlinie, die Sie hier im Wochenchart von Nike sehen, hatte ich im Jahr 2014 eingezeichnet. Damals schien sie den Trend von Nike sehr gut zu beschreiben: mehrmals prallte der Kurs im Lauf des Jahres bei kleineren Kursrückgängen von dieser Linie nach oben ab und bei einer Rückbetrachtung ins Jahr 2012 zeigte sich, dass sie auch langfristig eine gewisse Relevanz besitzt, da sich auch hier ein weiterer Auflagepunkt findet. Im September 2014 enteilte Nike dann dieser Linie nach oben. Selbst der kleine Oktobercrash, der viele Trendfolger kurzfristig unter ihre Trendlinien drückte, brachte den Kurs nicht in den Bereich auf oder unter dieser Linie zurück. Sie schien ihre Relevanz erst einmal verloren zu haben – doch das hat sich jetzt wieder geändert. Es ist ein schönes Beispiel, wie sich eine Aktie auch nach einer gewissen Zeit noch an ältere Kursmarken oder Trendlinien „erinnern“ kann. Der Abverkauf dieser Woche stoppte bei Nike fast punktgenau an dieser Linie. Wenn man aus der Linie einen Trendkanal macht und eine Linie gleicher Steigung durch das Zwischenhoch vom Frühjahr 2012 zieht, sieht man, dass sogar das bisherige Allzeithoch durch diesen Trendkanal gut beschrieben wird. Natürlich wird die weitere Entwicklung von Nike auch von der allgemeinen Marktsituation abhängen. Ich traue Nike aber durchaus zu, diesen Trendkanal zu halten und in einigen Wochen oder Monaten wieder am oberen Ende des Kanals zu stehen.

Trendfolge-Optionsscheindepot inklusive Aufbauplan für Neueinsteiger

Erwartungsgemäß haben diese Woche alle Optionsscheine auf breiter Basis abgegeben mit Ausnahme unserer Absicherungsposition. Wir haben gestern die freundlicheren Kurse genutzt, um unseren nur noch bis März laufenden Optionsschein auf Fuchs Petrolub zu veräußern und den Cashanteil zu erhöhen. Sie konnten bis zu 0,65€ pro Schein im Tageshoch erlösen, im Musterdepot habe ich den Schein zum Kurs von 0,63€ ausgebucht, gekauft hatten wir den Schein zum Kurs von 0,43€, es verbleibt ein Gewinn von 46,5%.

Schauen wir uns die übrigen Long-Positionen kurz an:

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Trendfolge-Premium-Aktiendepot inklusive Aufbauplan für Neueinsteiger

Das Aktiendepot hat dieser Crash stärker erwischt als das Optionsschein-Depot, natürlich nicht prozentual, da wir hier ungehebelt investiert sind. Aber einige Aktien sehen charttechnisch nun deutlich angeschlagen aus.

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Aktuell interessante Trendfolger

In dieser Rubrik stelle ich weitere Trendfolger vor, die mir bei der täglichen Chartanalyse aktuell auffallen, die aber aus dem einen oder anderen Grund nicht in die Musterdepots aufgenommen werden können. Wenn Sie etwas Geld zum Investieren übrig haben, lohnt es sich, einen Blick auf diese Aktien zu werfen. Bitte beachten Sie, dass diese Trendfolger im Gegensatz zum Musterdepot von mir nicht fortlaufend betreut werden, sondern Sie sich um eine geeignete Ein- und Ausstiegsstrategie selbst kümmern müssen. Nicht auf alle hier vorgestellten Trendfolge-Aktien gibt es auch Optionsscheine zu kaufen.

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Wenn Sie Fragen zur Lehne Trendfolgestrategie haben, beantworte ich diese jederzeit gerne persönlich unter trendfolge@lehne.de.

Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

Risikohinweise sowie Hinweise bzgl. Interessenkonflikten:
Ziel dieser Website ist es, Trendfolgestrategien vorzustellen. Die hier besprochenen Käufe von Aktien und Optionsscheinen finden in einem real bei einer deutschen Bank geführten Musterdepot statt. Sie können jedoch keine individuelle Anlageempfehlung oder Investmentberatung darstellen. Sie richten sich an eigenverantwortliche Anleger, die Chancen und Risikon von Aktien und Optionsscheinen einschätzen können. Aktien und Optionsscheine sind Investments, bei denen in extremen Fällen eine Position bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sinken kann. Sollte ein Leser oder Abonnent dieser Seite aufgrund von hier getätigten Empfehlungen Anlageentscheidungen treffen, trägt er das volle Risiko der getätigten Investition selbst. In den hier vorgestellten Aktien und Optionsscheinen bin ich selbst investiert, in den Musterdepots mit mindestens 100% des angegebenen Kapitals.