Wochenanalyse Trendfolge

Wirecard Blitz Crash– jetzt zugreifen oder verkaufen?

image_pdfimage_print

Was für eine Achterbahnfahrt haben wir bei Wirecard seit letztem Mittwoch gesehen! Von 170 Euro am Montag runter auf 126 Euro im Tief vom Mittwoch. Dann wieder rauf auf 152 Euro am Donnerstag und unter 100 Euro am Freitag. Da hatte Wirecard gerade noch die Hälfte des Börsenwerts vom vergangenen September! Und dann wieder rauf auf 132 Euro.

Vielleicht haben Sie es mitbekommen: Wirecard wurde letzte Woche wieder einmal Opfer einer Short-Attacke. Financial Times-Blogger Dan McCrum, der schon öfters negative Artikel über Wirecard veröffentlicht hatte, beschuldigte den Zahlungsdienstleister verdächtiger Geschäftspraktiken in Singapur.

Bevor wir zu den Hintergründen kommen, das Wichtigste vorab: Um unseren Optionsschein müssen Sie sich keine Sorgen machen. Wir hatten bewusst nur einen kleinen 5 %-Anteil in den Schein investiert. Der absolute Verlust im Musterdepot beträgt derzeit minimale 75 Euro. Während der langen Laufzeit bis Juni 2020 wird der Schein diesen kleinen Verlust leicht wettmachen.

Wirecard schon öfter Opfer von dubiosen Shortattacken

Es ist nicht das erste Mal, dass Wirecard Opfer von solchen Shortattacken durch dubiose Vorwürfe wurde. 2016 hatte ein bis dato unbekannter Dienst namens „Zatarra“ einen 100 Seiten langen Report veröffentlicht, in dem von betrügerischen Machenschaften die Rede war. Keiner dieser Vorwürfe erwies sich als begründet. Mittlerweile erging Strafbefehl gegen den damaligen Herausgeber Fraser Perring wegen Marktmanipulation.

Auch im aktuellen Fall hat die Bundesfinanzaufsicht und die Staatsanwaltschaft München schon Ermittlungen wegen Marktmanipulation aufgenommen.

Was macht Wirecard eigentlich?

Wo immer bargeldlos gezahlt wird – im Geschäft, online oder mobil – steht Wirecard mit einer passenden Lösung bereit. Das Unternehmen ist dabei vor allem für die Schnittstelle zwischen dem Händler und der Kreditkartengesellschaft oder Bank verantwortlich. Wirecard stellt also das Terminal, in das Sie im Laden ihre Kreditkarte stecken oder die Checkout-Seite eines Online-Shops, auf der Sie die Zahlungsmethode wählen. Dabei übernimmt Wirecard auch das Risikomanagement und prüft in Echtzeit die Bonität eines Kunden, der zum Beispiel in einem Onlineshop auf Rechnung oder in Raten zahlen möchte. Mit diesem Kerngeschäft macht Wirecard über 70 % seines Umsatzes.

Wirecard hat außerdem eine volle Banklizenz und gibt auch eigene Kreditkarten aus. Mit einer hohen Schlagzahl wirft Wirecard innovative Finanzprodukte wie die App „boon“ für mobile Zahlungen mit dem Smartphone auf den Markt. Dieses Segment wuchs zuletzt besonders schnell, im dritten Quartal 2018 beispielsweise um 130 %.

Das schnelle Wachstum des Unternehmens wird außerdem durch ständige Übernahmen ausländischer Unternehmen unterstützt, zuletzt vor allem aus dem asiatischen Raum.

All das zusammen ergibt ein sehr komplexes Geschäftsmodell, das selbst Fachleute nicht bis in alle Einzelheiten durchblicken. Genau das macht Wirecard zu einem einfachen Opfer für Shortattacken.

Was wird Wirecard konkret vorgeworfen?

McCrum bezieht sich in seinen Vorwürfen auf eine interne Präsentation aus dem April 2018, in der es um strafbare Buchungsvorgänge in Singapur in Milliardenhöhe ging. Dabei soll ein Mitarbeiter Bedenken wegen der Handlungen eines anderen Mitarbeiters geäußert haben, unter anderem wegen Geldwäsche und Dokumentenfälschung.

Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, wurden diese Vorgänge intern bereits untersucht. Dabei wurde laut Wirecard nachgewiesen, dass die Vorwürfe unbegründet waren und mit persönlichen Feindseligkeiten zwischen den beteiligten Mitarbeitern zusammenhängen könnten.

Weder die interne Compliance-Abteilung von Wirecard noch die extern beauftragte Anwaltskanzlei Rajah & Tann konnte ein strafbares Fehlverhalten feststellen. Die Untersuchung steht kurz vor dem Abschluss.

Wirecard-Chef Markus Braun sagte gegenüber dem Handelsblatt: „Wir haben alles aufgearbeitet. Es gibt keinerlei Risiko. Wir mussten in der Buchhaltung keinerlei Korrekturen oder Anpassungen vornehmen.“

Analysten stellen sich hinter Wirecard

Auch Analysten, die Wirecard sehr gut kennen, stellen sich hinter den Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München. So halten es die Analysten von Hauck & Aufhäuser für höchst unwahrscheinlich, dass die Führungskräfte von Wirecard die beschriebenen Geschäftspraktiken dulden würden.

Gerade weil Wirecard in den letzten Jahren immer wieder Ziel von Short-Attacken durch Leerverkäufer wurde, habe Wirecard in den letzten Jahren eine hohe Transparenz geschaffen und seine Bücher für externe Prüfer geöffnet.

Schnelles Wachstum im Bereich bargeldloses Zahlen

Kurz vor Veröffentlichung des Berichts hatte Wirecard vorab Quartalszahlen veröffentlicht. Dabei konnte der Umsatz um 36 % und der operative Gewinn um rund 37 % im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Für einen Konzern dieser Größe ist das nach wie vor ein rasantes Wachstum.

Das ist auch kein Wunder, schließlich ist Wirecard ist in einer absoluten Megatrend-Branche tätig. Bargeldloses Bezahlen mit Kreditkarte oder App wird auch in den nächsten Jahren schnell zulegen.

Wirecard – jetzt kaufen oder verkaufen?

Premiumbereich

Die folgenden Inhalte beziehen sich auf Depotübersichten unserer Musterdepots sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Käufe von Aktien und Optionsscheinen auf Trendfolgeaktien. Diese Inhalte sind nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs der Lehne Trendfolgestrategie. Leser des Börsenbriefs „Lehne’s MegaTrends“ erhalten die Informationen als pdf per Email zugesandt.
Testen Sie Lehne’s MegaTrends jetzt 30 Tage lang gratis und risikolos!

Feedback

Wenn Sie Fragen zur Lehne Trendfolgestrategie haben, beantworte ich diese jederzeit gerne persönlich unter trendfolge@lehne.de.

Oder hinterlassen Sie unten einen Kommentar zu diesem Artikel, um ein Feedback abzugeben.

Kategorie:Wochenanalysen

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

Risikohinweise sowie Hinweise bzgl. Interessenkonflikten:
Ziel dieser Website ist es, Trendfolgestrategien vorzustellen. Die hier besprochenen Käufe von Aktien und Optionsscheinen finden in einem real bei einer deutschen Bank geführten Musterdepot statt. Sie können jedoch keine individuelle Anlageempfehlung oder Investmentberatung darstellen. Sie richten sich an eigenverantwortliche Anleger, die Chancen und Risikon von Aktien und Optionsscheinen einschätzen können. Aktien und Optionsscheine sind Investments, bei denen in extremen Fällen eine Position bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sinken kann. Sollte ein Leser oder Abonnent dieser Seite aufgrund von hier getätigten Empfehlungen Anlageentscheidungen treffen, trägt er das volle Risiko der getätigten Investition selbst. In den hier vorgestellten Aktien und Optionsscheinen bin ich selbst investiert, in den Musterdepots mit mindestens 100% des angegebenen Kapitals.