Wochenanalyse Trendfolge

Spread

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Aufgrund einiger Rückfragen zu Spreads und Optionsscheinen möchte ich mit Ihnen in dieser und den folgenden Wochen noch einmal einige Begriffe durchgehen, die für den Handel von Optionsscheinen und Knock Outs wichtig sind sowie die Funktionsweise von Optionsscheinen noch einmal darstellen. Für die alten Hasen unter Ihnen wird dies nichts Neues sein. Wenn Sie an der Börse noch nicht lange mit Derivaten handeln, kann es zumindest nicht schaden, einige Grundbegriffe zu kennen und zu verstehen.

Was ist der Spread?

Als Spread bezeichnet man die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs, also zwischen dem Ankaufs- und Verkaufspreis eines Wertpapiers an der Börse oder im Direkthandel mit dem Emittenten. Wenn Sie beispielsweise unseren Nike-Schein auf einer Plattform wie Onvista aufrufen, dann finden Sie dort einen niedrigeren Geldkurs und einen höheren Briefkurs. Wenn Sie den Schein kaufen, zahlen Sie den höheren Briefkurs, beim Verkauf bekommen Sie den niedrigeren Geldkurs. Während ich diese Zeilen schreibe, liegt der Geldkurs bei 2,10€ und der Briefkurs bei 2,14€. Würden Sie also 1000 Stück dieses Optionsscheins kaufen und sofort wieder verkaufen, dann würden Sie (ohne Berücksichtigung von Handelsgebühren) 2140€ beim Kauf bezahlen und 2100€ beim Verkauf erlösen. Sie hätten einen Verlust von 40€ plus Handelsgebühren erzielt. Dies ist Teil der Marge der Emittenten, die die Scheine auflegen.

Um überhaupt in den neutralen Bereich zu kommen, müsste der Schein also bereits um 0,04€ steigen, in etwa 2%. Für einen Optionsschein ist das nicht viel. Dennoch ist es offensichtlich, dass eine hohe Differenz zwischen den beiden Kursen für den Käufer eines Wertpapiers im Vergleich zu einem engeren Spread von Nachteil ist.

Warum gibt es unterschiedlich hohe Spreads?

Der Spread ist nicht bei jedem Wertpapier gleich und auch beim gleichen Wertpapier kann er sich innerhalb eines Tages verändern. Bei Optionsscheinen und Knock Outs ist die Liquidität so gering, dass Geld- und Briefkurs sowohl an den Börsen als auch im Direkthandel fast immer vom Emittenten selbst gestellt wird. Dazu wird der Emittent von den Börsen verpflichtet, um für ausreichend Liquidität im Handel zu sorgen und sicherzustellen, dass Sie die gewünschten Derivate jederzeit kaufen und verkaufen können (den Sonderfall, dass ein Schein oder Zertifikat nicht mehr länger angeboten wird und nur noch ein Kurs für den Rückkauf gestellt wird, möchten wir heute außer Acht lassen). Der Emittent legt somit in den meisten Fällen auch den Spread selbst fest .

Dass Spreads sich ändern, ist jedoch keine Willkür des Emittenten. Es liegt vielmehr an Faktoren wie der Liquidität des Basiswerts oder der Volatilität des Markts. Üblicherweise möchte ein Emittent nicht als Ihr Gegenspieler auftreten und darauf wetten, ob der von Ihnen gekaufte Schein im Wert fällt oder steigt. Er baut vielmehr Absicherungsgeschäfte über die Terminmärkte – in der Regel über Optionen und Futures – auf, um die Position für ihn marktneutral zu gestalten und eine Gewinnmarge sowohl zu erzielen, wenn der Basiswert steigt als auch wenn der Basiswert fällt. Solche Absicherungen lassen sich relativ leicht bei liquiden Werten wie dem DAX-Index oder viel gehandelten Aktien aufbauen. Bei kleinen Werten oder auch bei amerikanischen Aktien außerhalb der Zeiten des US-Börsenhandels wird dies schwieriger. Dem trägt der Emittent mit einer Ausweitung des Spreads Rechnung. Auch durch eine extrem hohe Intraday-Volatilität kann der Spread sich ausweiten, denn auch dann wird es schwieriger, solche Absicherungsgeschäfte zu vernünftigen Konditionen zu tätigen.

Im normalen Marktumfeld gilt jedoch die Faustregel: Je liquider ein Titel ist, desto geringer kann der Spread sein. Deutsche Titel sind am liquidesten zu den XETRA-Handelszeiten zwischen 9:00 Uhr und 17:30 Uhr. Amerikanische Aktien sind am liquidesten während der Handeslzeiten der New Yorker Börse zwischen 15:30 Uhr und 22:00 Uhr. Zu diesen Zeiten werden Sie den engsten und fairsten Spread bekommen. Manchmal finden sich auch außerhalb dieser Zeiten Wertpapiere mit engem Spread, wie etwa unsere gestern gekaufte Absicherungsposition.

Pauschal gilt: Wenn es zwei vergleichbare Derivate auf Trendfolger gibt, die ansonsten ähnliche Kennzahlen, aber einen unterschiedlichen Spread haben, dann empfehle ich Ihnen immer das Papier mit dem engeren Spread.

Der homogenisierte Spread

Auf den ersten Blick sieht vielleicht ein Optionsschein mit der Spanne 0,47/0,48 attraktiver aus als ein Schein mit der Spanne 4,72/4,77. Immerhin hat der erstgenannte nur 0,01€ Spread, der zweitgenannte dagegen 0,05€. Tatsächlich ist der Spread beim erstgenannten Schein doppelt so hoch wie beim zweitgenannten, weil das Bezugsverhältnis 0,1 anstatt 1 beträgt. Um in gleicher Weise an der Wertentwicklung des Basiswerts zu partizipieren, müssten Sie also 10 Scheine kaufen und hätten dann eine Spanne von 4,70/4,80, also deutlich schlechter als 4,72/4,77.

Der prozentuale Spread

Noch besser ist es, den prozentualen Spread zu betrachten. Er zeigt den Spread im Vergleich zu den aktuellen Kursen an und sagt Ihnen, wieviel Prozent Ihr Optionsschein erst einmal aufholen muss, um überhaupt erst einmal den Spread auszugleichen. Den prozentualen Spread finden Sie z.B. in der Optionsschein-Suche der Finanzplattform Ariva.

Ein enger Spread schützt vor unfairen Kursstellungen

Ist der Spread eng, dann kann ein Emittent nur schwer unfaire Kurse stellen. Stellt er bei einem engen Spread die Kurse zu niedrig, wäre dies zwar nachteilig für die Verkäufer eines Scheins, dafür könnten aber auch Käufer zu den günstigen Kursen zuschlagen. Umgekehrt gilt: Wenn der Emittent einen Optionsschein zu teuer anbietet, wäre dies zwar für die Käufer von Nachteil, dafür könnten die bestehenden Besitzer des Scheins aber diesen ebenfalls zu den höheren Kursen verkaufen. An solchen Konstellationen hat ein Emittent kein Interesse.

Unfair wird es deshalb nur, wenn der Spread sich ohne Grund ausweitet, also ein sehr niedriger Verkaufskurs und ein sehr hoher Kaufkurs gestellt wird. Sollten Sie den Verdacht haben, hier benachteiligt worden zu sein, dann können Sie von der Börsenaufsicht die Transaktion überprüfen lassen. Käufe zum Marktpreis, bei denen Sie den Spread direkt sehen und einen fairen Kurs gestellt bekommen, können Sie deshalb bedenkenlos im Direkthandel mit dem Emittenten ausführen, um Gebühren zu sparen. Limit- und Stop-Order platzieren wir dagegen immer an den Börsen Stuttgart oder Frankfurt, um eine Handelsüberwachung zu haben (siehe auch die Wochenanalyse zum Thema Handelsplätze vom 7.10.2015).

Fazit Spreads

Der Spread ist Teil der Marge der Emittenten. Für uns als Käufer von Optionsscheinen und Knock Outs ist ein enger Spread, also eine kleine Differenz zwischen Geld- und Briefkurs ideal. Finden Sie also Optionnscheine mit einem möglichst engen Spread. Dabei ist der homogenisierte oder prozentuale Spread die ausschlaggebende Größe. Der Spread kann je nach Liquidität des Basiswerts unterschiedlich ausfallen – das gilt sowohl für den Vergleich zweier Scheine mit unterschiedlichen Basiswerten als auch innerhalb eines Handelstages beim gleichen Schein. Den besten Spread erhalten Sie in der Regel während der Handeslzeiten der jeweiligen Heimatbörse des Basiswerts.

Marktanalyse

Gestern haben wir unsere Depots besser gegen fallende Kurse ausgerüstet und wir hätten dafür keinen besseren Zeitpunkt erwischen können. Aktuell strebt der DAX wieder nach unten und es ist nicht unwahrscheinlich, dass die mehrfache Unterstützung knapp über 9300 Punkte wieder getestet wird. Aber hält sie dem Druck der Bären auch ein weiteres mal Stand? Wenn ja, könnten wir einen weiteren Doppelboden bekommen. Im letzten Herbst war ein solcher Doppelboden Grundlage für einen Anstieg des DAX auf über 11.400 Punkte. Aber eine Garantie dafür gibt es nicht. Es wäre immerhin schon der vierte Test dieser Marke innerhalb eines halben Jahres und je nach Vorgabe der amerikanischen Märkte und Nachrichtenlage kann es gut sein, dass sie dieses Mal nicht mehr hält.

Unsere Depots sind für beide Fälle gut aufgestellt: Im Vermögensaufbau-Depot haben wir gestern einen weiteren Put zur Absicherung aufgenommen. Er notiert nach nur einem Tag (!) mit gut 20% im Plus. Im Wohlstandssicherungs-Depot halten wir einen hohen Cashanteil, bis die Lage klarer wird. Im Zusatzverdienst-Depot warten wir auf ein klares Signal.

Analyse Trendfolger Nike

Trendfolger Nike
Chart von Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH.

Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Trendfolge-Klassiker Nike ist mittlerweile der älteste Wert im Vermögensaufbau-Depot. Schon seit 23.6.2015 begleiten wir den Trendfolger und haben einige Höhen und Tiefen miterlebt. Aufgrund der jüngsten Korrektur habe ich den mittelfristigen Trendkanal neu gezeichnet. Ganz gelingt es uns bei Nike jedoch nicht, alle relevanten Hochs und Tiefs in einem einzigen Kanal einzufangen. Unser Schein hat jetzt noch eine Restlaufzeit von ca. 4 Monaten und wird bei Gelegenheit in einen neuen Schein gerollt. Aktuell verbuchen wir einen Gewinn von 117%, außerdem machten wir schon zwei Gewinnmitnahmen: Im Oktober realisierten wir für eine Teilposition ein Plus von 116%, Anfang Januar realisierten wir noch einmal 90% Plus.

Vermögensaufbau-Depot

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Stellen Sie sich Ihr Vermögensaufbau-Depot wie einen Ozeandampfer vor, der unbeirrt seinen Weg in Richtung eine Million Euro fortsetzt und dabei einige Unwetter (unruhige Zeiten an den Börsen) zu überstehen hat. Wegen einiger Wolken oder etwas Wind und Regen wird dieser Riese seinen Weg nicht korrigieren, sondern mit Volldampf (voll investiert) weiter fahren und das Unwetter unbeschadet hinter sich lassen. Allzu leichtsinnig wollen Sie als Kapitän Ihr Gefährt jedoch auch nicht steuern. Große Unwetter mit Monsterwellen könnten selbst diesen beeindruckenden Dampfer zum Kentern bringen. Wenn Sie in solche schwer abzuschätzenden Gewitter geraten, dann wird eine Kurskorrektur nötig. So ein Ozeanriese kann aber aus voller Fahrt heraus keine 180 Grad-Drehung machen. Sie werden langsam das Steuerrad drehen und schrittweise kleine Kurskorrekturen vornehmen, um den Kernbereich des Unwetters zu umfahren und nicht allzu weit vom Kurs abzukommen. Meine Aufgabe ist es, Ihnen dabei zu helfen und die Richtung vorzugeben, bevor wir unter herrlichem Sonnenschein gemeinsam wieder Vollgas geben können. Ahoi!

Diese Kurskorrekturen haben wir seit Anfang Januar gemacht in Form von Reduzierung von Calls, Gewinnmitnahmen, erhöhten Cashquoten und Absicherungspositionen – allerdings ganz ohne hektisches Handeln und stets bereit für Zeiten mit besserem Wetter.

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Wohlstandssicherungs-Depot

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Wenn Sie Fragen zur Lehne Trendfolgestrategie haben, beantworte ich diese jederzeit gerne persönlich unter trendfolge@lehne.de.

Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

Risikohinweise sowie Hinweise bzgl. Interessenkonflikten:
Ziel dieser Website ist es, Trendfolgestrategien vorzustellen. Die hier besprochenen Käufe von Aktien und Optionsscheinen finden in einem real bei einer deutschen Bank geführten Musterdepot statt. Sie können jedoch keine individuelle Anlageempfehlung oder Investmentberatung darstellen. Sie richten sich an eigenverantwortliche Anleger, die Chancen und Risikon von Aktien und Optionsscheinen einschätzen können. Aktien und Optionsscheine sind Investments, bei denen in extremen Fällen eine Position bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sinken kann. Sollte ein Leser oder Abonnent dieser Seite aufgrund von hier getätigten Empfehlungen Anlageentscheidungen treffen, trägt er das volle Risiko der getätigten Investition selbst. In den hier vorgestellten Aktien und Optionsscheinen bin ich selbst investiert, in den Musterdepots mit mindestens 100% des angegebenen Kapitals.