Wochenanalyse Trendfolge

So optimieren Sie mit einem engen Spread Ihre Optionsschein-Investments

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In der vergangenen Woche habe ich einige Leser-Fragen zum Thema Optionsscheine und Spread beantwortet. Weil dieses Thema für erfolgreiches Investieren mit Optionsscheinen so wichtig ist, möchte ich heute noch einmal ausführlich darauf eingehen.

Eines vorab: In einem Börsenbrief mit Depots, die Sie bei jeder Direktbank nachbilden können, habe ich keine andere Möglichkeit, als Ihnen Optionsscheine zu empfehlen. Zwar haben Optionen – sozusagen der „Große Bruder“ der Optionsscheine – gewisse Vorteile. Für den normalen Anleger ohne Zugang zu den Terminbörsen und mit Investitionssummen von ca. 1000€ pro Position kommen Optionen als Empfehlung aber nicht in Frage.

Optionsscheine haben eine ganz ähnliche Funktionsweise wie Optionen. Sie werden jedoch von großen Banken als Emittenten ausgegeben. Aktuell haben wir z.B. Optionsscheine der Deutschen Bank, Citibank und der Societe Generale im Vermögensaufbau-Depot. Weil es so viele verschiedene Optionsscheine gibt, findet bei den meisten Scheinen nur sehr wenig Handel statt. Sie würden keinen anderen Anleger finden, der Ihnen einen Optionsschein verkaufen will oder dem Sie Ihren Optionsschein verkaufen können, wenn der Handel nur zwischen Anlegern stattfinden würde. Deshalb stellt der Emittent selbst im Direkthandel und an den Börsen in Stuttgart und Frankfurt fortlaufend Kurse für den Ankauf und Verkauf der Scheine. Eine Ausnahme sind Optionsscheine, die nicht mehr länger verkauft werden. Für diese werden dann nur noch Rücknahmekurse gestellt.

Natürlich möchte der Emittent bei solchen Geschäften eine Gewinnspanne für sich einbehalten. Deshalb ist der Ankaufskurs des Emittenten niedriger als sein Verkaufskurs. Die Spanne zwischen den beiden Kursen ist der Spread. Diesen Betrag würden Sie verlieren, wenn Sie einen Optionsschein kaufen und sofort wieder verkaufen, ohne dass die Kurse sich zwischenzeitlich geändert haben. Wenn Sie den Schein länger im Depot halten, muss der Optionsschein um diese Spanne erst einmal steigen, damit Sie in die Gewinnzone kommen.

Daraus ergibt sich automatisch: Je niedriger der Spread ist, desto besser für Sie!

Gibt es verschiedene Optionsscheine auf den gleichen Basiswert mit ähnlichen Kennzahlen zur Auswahl, stellen unterschiedliche Emittenten oft auch unterschiedliche Spreads. Mein Bestreben ist es immer, Ihnen den Optionsschein mit dem niedrigsten Spread zu empfehlen.

Ein Spread ist jedoch Schwankungen unterworfen und kann sich noch stark verändern, nachdem ich Ihnen eine Empfehlung geschickt habe. Das ist in den meisten Fällen keine böse Absicht des Emittenten, sondern hat seinen Grund in den Geschäften, die im Hintergrund ablaufen: In der Regel möchte ein Emittent bei einem Optionsschein-Geschäft nicht gegen Sie wetten, sondern unabhängig von der weiteren Kursentwicklung eine Gewinnmarge erzielen. Dazu sichert er seine Risiken über die Terminmärkte ab und das funktioniert dann am besten, wenn der Basiswert liquide gehandelt wird. Wenn Sie außerhalb dieser Zeiten einen Optionsschein kaufen, bezahlen Sie es mit einem höheren Spread.

Den engsten Spread bekommen Sie deshalb bei amerikanischen Aktien, wenn die US-Börsen geöffnet sind, also ab 15:30 Uhr. Bei deutschen Basiswerten erhalten Sie den besten Spread während des XETRA-Handels zwischen 9:00 Uhr und 17:30 Uhr. Optionsscheine werden aber auch außerhalb dieser Zeiten gehandelt. Das sind die Zeiten, in denen Sie vor einem Investment noch einmal kurz überprüfen sollten, ob der Spread nicht zu hoch ist.

Spread
Quelle: www.boerse-stuttgart.de

Wie ermitteln Sie also den Spread? Je nachdem, welchen Broker Sie nutzen, zeigt Ihnen Ihre Bank beim Kauf möglicherweise direkt beide Kurse an, spätestens, wenn Sie auf das Profil des Optionsscheins klicken, den Sie kaufen möchten. Alternativ können Sie eine beliebige Finanzplattform oder die Website der Stuttgarter Börse Euwax nutzen, um aktuelle Kurse zu bekommen (http://www.boerse-stuttgart.de). Je nach Plattform sind die Ankaufs- und Verkaufskurse als „Geld“ und „Brief“ oder „Bid“ und „Ask“ gekennzeichnet. Der Spread ist dann einfach die Differenz zwischen diesen beiden Kursen. In der Abbildung oben beträgt der Spread 0,02€, da der Geld-Kurs bei 1,04€ liegt und der Brief-Kurs bei 1,06€.

Auf Ariva.de finden Sie außerdem eine grafische Darstellung, wie sich der Spread während eines Handelstags verändert, indem Sie eine WKN in die Suche eingeben und dann auf „Chart“ und „intraday“ klicken. Für unseren gestern gekauften Apple-Schein finden Sie die Darstellung beispielsweise auf http://www.ariva.de/optionsscheine/CW5P1S/realtime-chart?boerse_id=39 Herzlichen Dank an dieser Stelle für den Hinweis auf diese Darstellung, den ich gestern von einem Leser bekommen habe, ich kannte sie vorher selbst nicht.

Ein Beispiel für einen stark schwankenden Spread ist unser Henkel-Schein aus dem Zusatzverdienst-Depot, den ich Ihnen am vergangenen Mittwoch empfohlen habe. Als ich die Empfehlung ausgesprochen hatte, lag der Spread bei 0,01€, also im engsten möglichen Bereich. Es war einer der Gründe, warum ich genau diesen Schein für Sie herausgesucht hatte. Am Mittwoch Abend nach 17:30 Uhr stieg der Spread dann auf 0,02€. Das ist außerhalb der liquiden Handelszeiten gerechtfertigt und liegt ebenfalls noch im fairen Bereich. Einen Tag später, am Donnerstag Abend, stellte die Commerzbank für den gleichen Schein jedoch plötzlich einen Spread von 0,10€, fast 15% des Kurses! Das ist natürlich nicht mehr akzeptabel für einen Kauf.

Deshalb bekommen Sie ab sofort bei Empfehlungen für Optionsscheine zusätzlich zu den Orderdaten eine Empfehlung für den maximalen Spread, den Sie bezahlen sollten. Meine Faustregel: Fast immer findet man Optionsscheine mit einem Spread von weniger als 2%. Bei Optionsscheinen mit einem Preis von weniger als 1,00€ sollte der Spread also nicht mehr als 0,01€ betragen, ab 1,00€ sind 0,02€ akzeptabel. Liegt der Spread höher, empfehle ich Ihnen, die Order lieber am nächsten Handelstag zu liquiden Zeiten auszuführen.

Haben Sie keine Angst davor, dass der Optionsschein dann schon viel mehr kosten könnte. Natürlich wird das in manchen Fällen der Fall sein. In anderen Fällen kommen Sie aber auch viel günstiger zum Zug, wenn Sie noch einen Tag warten. Es ist nun mal der Charakter von Optionsscheinen, dass sie stark schwanken können.

Wenn Sie darauf achten, immer einen fairen Spread zu bekommen, können Sie also den Erfolg Ihrer Optionsschein-Investments optimieren!

Marktanalyse

Jetzt korrigieren die Märkte wieder. Schon seit Mitte Juli lief der marktbreite S&P 500 nur noch seitwärts. Der Technologie-Index Nasdaq100 und der DAX konnten dagegen Boden gut machen. Gestern gaben dann alle Märkte auf breiter Front ab.

Für uns Trendfolge-Investoren sind solche Korrekturen ein Geschenk. Natürlich verlieren auch die Werte in unseren Depots ein paar Prozente. Aber Mega-Trendfolger, die schon viel zu schnell gestiegen waren, kommen dann wieder in einen Bereich, in dem wir zuschlagen können.

Es sind die besten Zeiten, um wertvolle Titel zuzukaufen oder bestehende Positionen aufzustocken, falls Sie zusätzliches Geld investieren möchten.

Vielleicht beschäftigt uns diese Korrektur noch eine Weile. Sie kann aber auch sehr schnell zu Ende sein. Denn wie ich in meiner ausführlichen Marktanalyse von Mitte Juli geschrieben hatte: Solange der S&P500 über seinem ehemaligen Allzeithoch verweilt, bleiben die Aussichten glänzend!

Premiumbereich

Die folgenden Inhalte beziehen sich auf Depotübersichten unserer Musterdepots sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Käufe von Aktien und Optionsscheinen auf Trendfolgeaktien. Diese Inhalte sind nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs der Lehne Trendfolgestrategie.
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Kündigung während des Probemonats jederzeit möglich, kurze Email an mich genügt und Ihre Zahlungen werden sofort gestoppt.

 

 

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Wenn Sie Fragen zur Lehne Trendfolgestrategie haben, beantworte ich diese jederzeit gerne persönlich unter trendfolge@lehne.de.

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Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

Risikohinweise sowie Hinweise bzgl. Interessenkonflikten:
Ziel dieser Website ist es, Trendfolgestrategien vorzustellen. Die hier besprochenen Käufe von Aktien und Optionsscheinen finden in einem real bei einer deutschen Bank geführten Musterdepot statt. Sie können jedoch keine individuelle Anlageempfehlung oder Investmentberatung darstellen. Sie richten sich an eigenverantwortliche Anleger, die Chancen und Risikon von Aktien und Optionsscheinen einschätzen können. Aktien und Optionsscheine sind Investments, bei denen in extremen Fällen eine Position bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sinken kann. Sollte ein Leser oder Abonnent dieser Seite aufgrund von hier getätigten Empfehlungen Anlageentscheidungen treffen, trägt er das volle Risiko der getätigten Investition selbst. In den hier vorgestellten Aktien und Optionsscheinen bin ich selbst investiert, in den Musterdepots mit mindestens 100% des angegebenen Kapitals.