Wochenanalyse Trendfolge

Quartalszahlen (Wochenanalyse vom 27.4.2016)

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Die Berichtssaison ist im vollen Gange. Sicher lesen Sie – auch wenn Sie keine Börsenfachzeitungen lesen – in normalen Tageszeiten momentan Meldungen wie „Erster Umsatzrückgang bei Apple seit 2003“ oder „Enttäuschender Ausblick bei Starbucks“ oder ganz aktuell von heute „Wirecard zieht Anleger mit Geschäftszahlen auf seine Seite“. Solche Meldungen kommen fast immer von der Präsentation der Geschäftsergebnisse, die jede Aktiengesellschaft einmal pro Quartal vornehmen muss. Dabei präsentiert ein Unternehmen seine Umsätze und Gewinne aus dem vergangenen Quartal zusammen mit einem Ausblick über die erwartete weitere Entwicklung.

Nur in Ausnahmesituationen ist ein Unternehmen verpflichtet, auch dazwischen Rechenschaft abzulegen, nämlich dann, wenn zwischen zwei Terminen für Quartalszahlen wichtige Informationen bekannt werden, die zu einer Änderung der Erwartungen führen. Das sind dann entweder Gewinnwarnungen, die einen Aktienkurs innerhalb von Minuten tief ins Minus drücken können. Natürlich gibt es immer wieder auch den umgekehrten Fall, also eine Anhebung der Gewinnerwartung.

Berichtssaison ist eigentlich fast immer. Das letzte große Unternehmen, das Quartalszahlen präsentiert, ist Nike etwa eine Woche vor Quartalsende. Als Start in die Berichtssaison sieht man die Zahlen von Alcoa an, die in der Regel schon etwa 10 Tage nach Quartalsbeginn präsentiert werden. Dazwischen liegen also gerade mal gut zwei Wochen in denen „Ruhe ist“. Aber natürlich gibt es Wochen, in denen sich die wichtigen Termine häufen, wie wir es momentan auch erleben.

Wie reagiert also die Börse auf Quartalszahlen? In der Regel sehen Sie am Tag der Präsentation oder – falls die Zahlen nach Börsenschluss präsentiert werden – am Tag danach die heftigsten Ausschläge, die größte Volatilität und die höchsten Umsätze des gesamten Quartals. Das gilt zumindest dann, wenn es sich ansonsten um ein eher ruhiges und normales Börsenquartal handelt.

Wichtig in diesem Zusammenhang sind die Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld der Quartalszahlen geäußert werden. Dies sind die Analysten der großen Bankhäuser und Ratingagenturen, die solche Unternehmen fortlaufend beobachten, sehr gut kennen und sich daraus ein Bild bilden, wie die Quartalszahlen ausfallen könnten. In den Meldungen zu den Quartalszahlen lesen wir deshalb fast immer auch einen Satz wie z.B. „das Unternehmen konnte damit die Erwartungen der Analysten weit übertreffen“ oder „Analysten hatten mit einem höheren Gewinn gerechnet“.

Die Formel „Analystenerwartungen übertroffen führt zu steigenden Kursen“ und „Analystenerwartungen verfehlt führt zu fallenden Kursen“ wäre aber zu einfach. Zu komplex sind die Erwartungen der Marktteilnehmer an ein Unternehmen, in das sie investiert sind oder investieren wollen. Da an der Börse die Zukunft gehandelt wird, führt ein guter oder schlechter Ausblick oft zu noch stärkeren Kursbewegungen als die Zahlen des vergangenen Quartals selbst. Selbst wenn Sie die blanken Quartalszahlen schon vor der Veröffentlichung kennen würden – eine Prognose, wie sich die Kurse daraus entwickeln, ließe sich trotzdem nicht erstellen.

Wieso ist das also für uns als Investoren wichtig? Zunächst einmal können wir festhalten, dass sich die Kurse nach Quartalszahlen ziemlich unberechenbar verhalten. Zwar können unsere starken Trendfolger die Analystenerwartungen oft übertreffen, allerdings sind auch die Erwartungen der Marktteilnehmer in Bezug auf diese Aktien besonders hoch. Schließlich sind Trendfolge-Aktien nie billig, sondern allenfalls fair bewertet zu bekommen. Für die hohen Preise, die Anleger für diese Wertpapiere zahlen, möchten sie im Gegenzug immer neue Rekorde sehen.

Langfristig gesehen lässt ein starker Trendfolger sich durch die Quartalszahlen nicht aufhalten, auch wenn sie einmal unter den Erwartungen bleiben. Normal für unsere Aktien ist es, dass sie nach Präsentation der Geschäftsberichte entweder weiter steigen oder aber einen kurzzeitigen Rückgang bald wieder aufholen. Insofern kann eine kurzfristige Kursschwäche nach den Quartalszahlen auch ein guter Zeitpunkt sein, um zuzugreifen und die Aktien günstiger zu bekommen. Das gilt zumindest dann, wenn durch einen solchen Rückgang keine wichtige Unterstützung gebrochen wird. Kurzfristig gesehen schwanken die Aktien in dieser Zeit einfach stärker. Ich würde insofern nicht unbedingt einen Optionsschein auf eine Aktiengesellschaft empfehlen, die einen Tag später ihre Geschäftsberichte präsentiert. Das wäre dann doch ein wenig zu viel Glücksspiel bei der Frage, ob der Einstieg kurzfristig gelingt oder nicht.

In der aktuellen Berichtssaison befinden wir uns jetzt am Höhepunkt. Fast täglich kommen Meldungen großer Unternehmen in den Wirtschaftsnachrichten und nicht immer sind sie gut. Besonders die IT-Branche konnte im vergangenen Quartal kaum überzeugen: jüngstes Beispiel ist Apple mit seinen Zahlen von gestern, die den Aktienkurs aktuell im Vergleich zu gestern aktuell intraday um mehr als 7% ins Minus drücken. Schlechte Zahlen solcher Schwergewichte drücken den Nasdaq100, der gemeinhin als vorauslaufender Leitindex angesehen wird, in den letzten Wochen immer wieder ins Minus. Es wird deshalb eine spannende Frage für die nächsten Wochen sein, ob der Nasdaq100 diese ungewöhnliche Schwäche gegenüber den anderen Indizes schnell aufholen kann und wieder die führende Rolle übernimmt oder aber mit seiner aktuellen Schwäche den Startschuss für eine weitere Korrekturrunde gibt.

Marktanalyse

Nicht viel Bewegung gab es seit der vergangenen Woche. Das ist nicht ganz untypisch für die Wochen, in denen wichtige Notenbanken, insbesondere die amerikanische FED, ihre Sitzungsergebnisse präsentieren: Im Vorfeld hält man eben lieber dir Füße still. Der DAX konsolidiert nach dem dynamischen Anstieg der letzten Woche oberhalb der 200-Tage-Linie. Das ist erst einmal positiv. Der S&P500 bewegt sich ebenfalls seitwärts im Bereich der Abwärtstrendlinie, die sich durch die Hochs vom Juli und November 2015 ziehen lässt. Das Tief vom Montag lag im Bereich der von mir letzte Woche genannten kritischen Marke bei ca. 2075 Punkten. Von hier sollte es jetzt bald wieder aufwärts gehen, ansonsten müssen wir das bullishe Szenario erst einmal in Frage stellen.

Analyse Trendfolger Bechtle

Trendfolger Bechtle
Chart von ProRealTime. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

In Bechtle waren wir am 21.3. eingestiegen, dem Anfang der Woche, die Sie durch den schwarzen Pfeil gekennzeichnet sehen. Grund für den Einstieg war vor allem das Auflösen einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation nach oben (untere rote Linie). Schon in der ersten Woche ging es rasant nach oben – einen so perfekten Einstieg erwischt man auch nach ausführlichen Analysen nur selten. Seitdem baut Bechtle nun Überhitzungen ab und läuft vorerst seitwärts. Im Bereich von 88,43€hat sich ein sehr kurzfristiger Doppelboden gebildet – im Tageschart ist es sogar ein Dreifachboden (obere rote Linie). Solange dieser Bereich nicht unterschritten wird, scheint die Sonne uneingeschränkt über unserer Investition. Aktuell liegt unser Optionsschein nach gut einem Monat schon mit mehr als 50% im Plus!

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Die folgenden Inhalte beziehen sich auf Depotübersichten unserer Musterdepots sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Käufe von Aktien und Optionsscheinen auf Trendfolgeaktien. Diese Inhalte sind nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs der Lehne Trendfolgestrategie.
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Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

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