Wochenanalyse Trendfolge

Optionen

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Bei unseren Ausflügen in die Welt der Hebelprodukte nähern wir uns nach den Knock Outs und den Faktorzertifikaten den von uns bevorzugten Optionsscheinen. Vorher schauen wir uns aber deren „großen Bruder“ an – die Optionen.

Optionen gibt es auf verschiedene Basiswerte. Nachdem wir ausschließlich in Optionsscheine auf Aktien investieren, bleiben wir jedoch bei Aktienoptionen. Manchmal wird zum Erklären von Optionen der Ausdruck „Wette“ verwendet, ich mag ihn aber nicht besonders, da er zu sehr an Zockerei erinnert und ich solche Instrumente als langfristiges Investment verwende. Schon besser gefällt mir der Ausdruck „Versicherung“, er passt aber vor allem zu den Put Optionen, die Sie vor fallenden Kursen schützen. In beiden Fällen – also für Wettgeschäfte oder Versicherungsgeschäfte – brauchen Sie jedenfalls zwei Partner, die das Geschäft eingehen möchten: Einen Partner, der die Option verkauft und dafür eine Prämie kassiert und einen Partner, der die Option kauft und für die Chance auf zukünftige Gewinne die genannte Prämie bezahlt. Den Verkäufer der Option nennt man auch Stillhalter. Im Gegensatz zu den Optionsscheinen, die immer von Banken emittiert werden und bei denen dieser Emittent immer gleichzeitig auch der Stillhalter ist, können Optionen von jedermann verkauft werden – auch von Ihnen. Sie müssen sie dazu auch nicht vorher erwerben, sondern können direkt an der Terminbörse als Stillhalter auftreten und für eine verkaufte Option die Prämie kassieren. Das hört sich für Sie nach einem guten Geschäft an? Das ist es auch für die Stillhalter, die massenhaft Optionen verkaufen, denn viele Optionen verfallen wertlos und in diesem Fall können Sie die Prämie als Gewinn verbuchen. Läuft die Option jedoch ins Geld, müssen Sie den Käufer der Option natürlich zum Verfallstermin ausbezahlen – und hier ist das Risiko bei Call Optionen theoretisch unbegrenzt groß. Für die großen Stillhalter ergibt sich dennoch eine Mischung, die gute Einnahmen bringt. Für Kleinanleger halte ich einzelne und nicht abgesicherte Geschäfte als Stillhalter für zu riskant. Nur wenn man sich intensiv mit der Materie befasst und die richtigen Strategien wählt. kann man sich damit ein zusätzliches Einkommen aufbauen.

Was charakterisiert nun eine Option? Zunächst einmal die Tatsache, ob es sich um eine Call Option oder eine Put Option handelt, zum zweiten der Basiswert und der Basispreis und zum Dritten der Verfallstermin. Alle anderen Eigenschaften einer Option, also ihre Kennzahlen inklusive der berühmten Griechen, leiten sich aus diesen Grundeigenschaften ab und aus dem Preis, zu dem die Option gehandelt wird.

Nehmen wir also eine Call Option auf eine Aktie mit Basis 100€ und Verfallstermin 18.12.2015. Dann verbrieft diese Option für den Käufer das Recht, die Aktie am 18.12.2015 (bei europäischen Optionen nur an diesem Tag, bei amerikanischen Optionen auch in der Zeit vor diesem Tag) zum Preis von 100€ zu kaufen, egal wo sie steht. Bei Aktienkursen unter 100€ macht die Ausübung natürlich keinen Sinn, denn niemand möchte für 100€ eine Aktie kaufen, die beispielsweise gerade zum Preis von 90€ an der Börse gehandelt wird. Dann verfällt die Option wertlos, die Prämie wurde umsonst gezahlt und muss für den Käufer als Verlust verbucht werden, für den Verkäufer stellt die Prämie einen Gewinn dar. Liegt der Aktienkurs jedoch darüber, beispielsweise bei 120€, dann könnten Sie über die Option die Aktie für 100€ erwerben und sofort an der Börse für 120€ wieder verkaufen und hätten somit 20€ Gewinn gemacht. Abziehen müssen Sie davon noch den Preis, den Sie einst für den Kauf der Option bezahlt haben, der Rest verbleibt als Reingewinn, sofern der Kaufpreis der Option niedriger als 20€ war. Umgekehrt hat der Stillhalter mit diesem Geschäft einen entsprechenden Verlust gemacht. Hier wird auch das theoretisch unbegrenzte Risiko des Stillhalters deutlich, denn nach oben ist ein Aktienkurs nicht begrenzt. Nehmen wir an, der Kurs verdreifacht sich bei einer langfristigen Option innerhalb der Laufzeit auf 300€, dann kann der Käufer der Option die Aktie dennoch für 100€ kaufen und der Stillhalter zahlt zum Abrechnungstag 200€ drauf. Wenn man berücksichtigt, dass Optionen grundsätzlich in 100er-Paketen gehandelt werden, bedeutet das einen Verlust von 20.000€ für den Stillhalter abzüglich der vereinnahmten Prämie.

Der Kaufpreis einer Option setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen dem inneren Wert, der sich ergibt, wenn die Option schon „im Geld“ ist. Kaufen Sie eine Option mit Basis 100€ auf eine Aktie, die bei 110€ steht, dann hat die Option bereits einen inneren Wert von 10€, den Sie beim Kauf auf jeden Fall schon einmal bezahlen müssen. Denn selbst wenn der Aktienkurs sich gar nicht mehr bewegen würde, müsste der Stillhalter Ihnen eine 110€-Aktie für 100€ liefern. Ist der Basispreis gleich oder größer als der aktuelle Aktienkurs, dann hat die Option noch keinen solchen inneren Wert, sofern es sich um einen Call handelt. Dennoch gibt es solche Optionen natürlich nicht gratis. Die zweite Komponente ist der Zeitwert, der das Risiko des Stillhalters abbildet. Er ist umso größer, je weiter der Ausübungszeitpunkt entfernt ist (denn bei einer lang laufenden Option ist das Risiko für den Stillhalter höher) und je schwankungsfreudiger der Basiswert ist.

Wenn Sie nun beispielsweise eine Option kaufen, deren Basispreis in etwa dem momentanen Aktienkurs entspricht (man sagt dann, die Option ist „am Geld“), dann zahlen Sie dafür nur den Zeitwert, da noch kein innerer Wert existiert. Steigt der Aktienkurs dann nach dem Kauf der Option an, dann baut sich ein innerer Wert auf, während der Zeitwert nur langsam sinkt. Die Option steigt dann sehr schnell in ihrem Preis. Das ist letztendlich der Effekt, den wir in unserem Depot ausnutzen.

Optionen sind eigentlich die bessere und fairere Alternative zu Optionsscheinen. Warum handeln wir dennoch mit Optionsscheinen anstatt Optionen? Zum einen werden Optionen nur an den Terminbörsen gehandelt, in Deutschland beispielsweise an der Eurex oder in den USA an der CME. Nicht alle deutschen Direktbanken bieten Ihnen Zugriff auf diese Börsen. Zum zweiten ist bei manchen Optionen die Liquidität zeitweise eingeschränkt. Während der Emittent bei Optionsscheinen in der Regel fortlaufend Kurse für Kauf und Verkauf der Scheine stellt, müssen Sie bei Optionen erst einen Handelspartner finden, der mit Ihnen das Geschäft auch abschließen will. Zwar gibt es auch bei Optionen so gut wie immer Käufer und Verkäufer für die gängigen Optionen, allerdings nicht immer zu ganz fairen Kursen und mit weiten Spreads. Ein wichtiges Argument ist außerdem, dass Optionen immer mit Bezugsverhältnis 100 gehandelt werden, Optionsscheine meist mit Bezugsverhältnis 0,1. Das bedeutet: Wenn Sie eine Option an der Eurex kaufen, dann bezieht sich diese auf ein Paket von 100 Aktien – kleinere Einheiten gibt es nicht. Ein Optionsschein bezieht sich dagegen meist auf eine Zehntel Aktie, um auch Kleinanlegern eine sinnvolle Stückelung zu  ermöglichen. Wenn ein Optionsschein also beispielsweise 0,90€ kostet, dann würde bei identischen Kennzahlen die entsprechende Option schon 900€ kosten. Eine Investition eines Betrags von z.B. 1200€ wäre dann nicht möglich, sie müssten sich zwischen 900€ für ein Optionspaket oder 1800€ für zwei Pakete entscheiden.

Optionsscheine haben die identische Wirkungsweise wie Optionen, abgesehen vom Bezugsverhältnis vor allem mit dem Unterschied, dass der Stillhalter immer ein emittierendes Bankhaus ist, das die Optionsscheine auflegt und sie nicht an der Terminbörse, sondern an den gängigen Börsen in Stuttgart, Frankfurt oder im Direkthandel kauft und verkauft. Keine Frage – dies beinhaltet auch Nachteile, zu denen wir in einer der nächsten Wochenanalysen noch kommen. Für unser Trendfolge-Millionen-Depot sind diese dennoch von allen Alternativen am besten geeignet.

Marktanalyse

Der Markt hat sich noch für keine Richtung entschieden. Sehr starke Tage, wie am Freitag und heute, wechseln sich mit plötzlichen Abverkäufen ab. Unser Optionsschein-Depot hat in diesem unruhigen Umfeld deutlich hinzugewonnen: Mehr als 1000 Euro Zuwachs seit der letzten Wochenanalyse. Doch noch ist die Kuh nicht vom Eis: Dass die zweite Abwärtswelle, in der wir uns momentan befinden, den DAX noch weit unter 9000 Punkte führt, ist wahrscheinlicher als eine sofortige Umkehr und die Bildung eines neuen Aufwärtstrends. Insofern bleiben wir sowohl bei der Depotzusammensetzung als auch bei den Aufbauplänen für Neueinsteiger bei einer eher defensiven Strategie.

Analyse Trendfolger Nike

Trendfolger Nike
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Nike kommt mit seinen Quartalszahlen immer auf den letzten Drücker, wenn man fast schon vergessen hat, dass noch Berichtssaison ist. Und wer es wirklich vergisst, reibt sich so manches mal erstaunt die Augen, warum das Depot plötzlich so deutlich im Plus ist, denn die Quartalszahlen bringen oft positive Überraschungen und Kursschübe nach oben. So auch letzte Woche, als die Nike-Aktie von ca. $115 in der Spitze auf über $125 schoss. Seitdem ging es ein wenig abwärts, das ist ganz normal. Vielleicht wird die Kurslücke geschlossen und das Allzeithoch vom August noch einmal von oben getestet. Der Weg für weitere Kurssteigerungen ist jedenfalls frei. Unser Nike-Optionsschein, den wir Ende Juni eingekauft hatten, schwankt jetzt um die 100% Gewinn.

Trendfolge-Optionsscheindepot inklusive Aufbauplan für Neueinsteiger

Der Gewinn seit 1.1.2015 beträgt jetzt vor Steuern 33%. An den schwachen Handelstagen waren unsere Put Positionen schon gut im Plus und haben die Schwankungen der Calls geglättet. Heute zeigen sich alle drei Basiswerte der Puts sehr stark, was die Absicherungspositionen wieder leicht ins Minus drückt. Besonders Lufthansa scheint ein neues Hoch ausbilden zu wollen, dieses würde eine Beendigung des mittelfristigen Abwärtstrends andeuten und ein Halten des Puts nicht mehr rechtfertigen. Sollte diese Entwicklung auf Schlusskursbasis Bestand haben, werde ich mich nach einem geeigneten Verkaufszeitpunkt für den Lufthansa-Put umsehen. Achten Sie auf Eilmitteilungen. Die anderen Puts notieren etwa mit dem gleichen Betrag im Plus wie der Lufthansa-Put im Minus. Sollten die Märkte weiter nach unten tendieren, werden die Puts uns noch wertvolle Dienste leisten.

Depotübersicht

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Trendfolge-Premium-Aktiendepot inklusive Aufbauplan für Neueinsteiger

Das Aktiendepot notiert aufgrund des Marktumfelds weiter im Minus. Zwei Aktien haben diese Woche deutlich abgegeben: Under Armour hat nach neuen Allzeithochs die überkaufte Situation ein wenig abgebaut. Außerdem sind die Biotech-Werte in den letzten Tagen allgemein unter die Räder gekommen. In solchen Situationen wird auch ein starker Trendfolger wie Regeneron, immerhin die Nummer 2 unserer Bestenliste, erst einmal mit abgestraft. Da beides langfristige Positionen sind, warten wir die weitere Entwicklung ab. Falls Sie Geld übrig haben: Bei Under Armour sehe ich den Kursrückgang eher als Nachkaufgelegenheit an, bei Regeneron würde ich noch etwas abwarten, ob die Biotech-Branche sich beruhigt.

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Aktuell interessante Trendfolger

In dieser Rubrik stelle ich weitere Trendfolger vor, die mir bei der täglichen Chartanalyse aktuell auffallen, die aber aus dem einen oder anderen Grund nicht in die Musterdepots aufgenommen werden können. Wenn Sie etwas Geld zum Investieren übrig haben, lohnt es sich, einen Blick auf diese Aktien zu werfen. Bitte beachten Sie, dass diese Trendfolger im Gegensatz zum Musterdepot von mir nicht fortlaufend betreut werden, sondern Sie sich um eine geeignete Ein- und Ausstiegsstrategie selbst kümmern müssen. Nicht auf alle hier vorgestellten Trendfolge-Aktien gibt es auch Optionsscheine zu kaufen.

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Wenn Sie Fragen zur Lehne Trendfolgestrategie haben, beantworte ich diese jederzeit gerne persönlich unter trendfolge@lehne.de.

Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

Risikohinweise sowie Hinweise bzgl. Interessenkonflikten:
Ziel dieser Website ist es, Trendfolgestrategien vorzustellen. Die hier besprochenen Käufe von Aktien und Optionsscheinen finden in einem real bei einer deutschen Bank geführten Musterdepot statt. Sie können jedoch keine individuelle Anlageempfehlung oder Investmentberatung darstellen. Sie richten sich an eigenverantwortliche Anleger, die Chancen und Risikon von Aktien und Optionsscheinen einschätzen können. Aktien und Optionsscheine sind Investments, bei denen in extremen Fällen eine Position bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sinken kann. Sollte ein Leser oder Abonnent dieser Seite aufgrund von hier getätigten Empfehlungen Anlageentscheidungen treffen, trägt er das volle Risiko der getätigten Investition selbst. In den hier vorgestellten Aktien und Optionsscheinen bin ich selbst investiert, in den Musterdepots mit mindestens 100% des angegebenen Kapitals.