Wochenanalyse Trendfolge

Was kommt nach dem Brexit-Referendum? (Wochenanalyse vom 22.6.2016)

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Endlich! Morgen stimmen die Briten über den Verbleib in der EU ab. Es wird auch Zeit, denn das Thema lähmt die Märkte und macht ein sinnvolles Investieren momentan sehr schwer. Zum einen gibt es natürlich Investoren, die den Worst Case annehmen. Man liest deshalb auch manchmal, ein Brexit wäre in den Märkten bereits eingepreist und könnte demnach keinen großen Schaden mehr anrichten. Dass es ganz so natürlich nicht ist, sieht man diese Woche: Die Wahrscheinlichkeit für einen Brexit wird derzeit wieder niedriger eingeschätzt und schon überspringt der DAX die 10.000 Punkte-Marke. So steigt natürlich die Crash-Gefahr, wenn die Briten doch für einen EU-Austritt stimmen.

Doch was passiert nach dem Referendum? Man sagt ja immer, die Börse macht am liebsten das, was keiner erwartet. Dennoch glaube ich, dass die Reaktionen der Märkte dem entsprechen werden, was allgemein erwartet wird:

Wenn der Brexit kommt

Wenn der Brexit kommt, rechne ich besonders an den europäischen Märkten sowohl mit einer kurzfristigen Crash-Gefahr als auch mit langfristigen Problemen. Denn die Austrittsverhandlungen werden kaum in wenigen Wochen abgeschlossen sein, und wenn die Märkte eines hassen, dann ist es Unsicherheit. Vielleicht wird es auch chaotisch. Letzte Woche berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass die EU sich auf mehrere Szenarien vorbereitet, zu denen auch eine mögliche Suspendierung Großbritanniens aus der EU gehört, falls Großbritanien sich nicht an ein geordnetes Austrittsverfahren hält. Einige britische Abgeordnete liebäugeln schon damit, nach dem Referendum gar nicht sofort den Austritt zu erklären, sondern einseitig EU-Vorgaben nicht mehr einzuhalten, die den Briten nicht gefallen. Das könnte die EU natürlich nicht akzeptieren. Im schlimmsten Fall könnte für die Briten der freie Zugang zum Binnenmarkt dann abrupt enden.

Aber selbst wenn es zu einem geordneten Austritt kommt: Der vorgegebene Zeitraum für die Austrittsverhandlungen beträgt zwei Jahre und eine so lange Hängepartie dürfte den Märkten überhaupt nicht gefallen. Was die Märkte sich natürlich von solchen Verhandlungen erhoffen, wäre ein Abkommen zwischen der EU und Großbritannien, das für die Wirtschaft so wenig wie möglich am Status quo ändert. Ökonomisch gesehen wäre das der sinnvollste Schritt für beide Seiten. Doch kann die EU den Briten nach einem Austritt wirklich einfach freien Zugang zum Binnenmarkt geben? Würde man nicht damit andere austrittswillige Staaten erst recht ermutigen, diesen Schritt ebenfalls zu gehen?

Wie werden die Märkte mit dieser Situation umgehen? Ich rechne damit, dass alle europäischen Indizes erst einmal einbrechen und auch die amerikanischen Börsen dürften in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn auch etwas weniger stark. Besonders betroffen wäre der britische Leitindex FTSE100, aber auch DAX und Eurostoxx50. Der DAX würde dann vermutlich den so wichtigen Aufwärtstrendkanal im logarithmischen Chart nach unten verlassen, der 2009 gestartet wurde und trotz aller Korrekturen des letzten Jahres immer noch gerade so intakt ist. Nach einem crashartigen Abverkauf würde es dann spannend werden, ob tatsächlich das Worst Case Szenario eingepreist ist und die Kurse wieder steigen oder ob es zu einem weiteren schleichenden Rückgang kommt.

Nervenschwache oder unerfahrene Investoren dürften dann den Fehler machen, der am schlimmsten ist und am meisten Geld kostet: Am Tiefpunkt in Panik verfallen, verzweifelt verkaufen und dem Markt den Rücken kehren („An der Börse ist ja doch kein Geld zu verdienen!“).

Dabei würden sich gerade dann, wenn der große Abwärtsschub vorbei ist und ein Boden gefunden wird, die besten Tradingchancen seit 2009 ergeben. Sie würden Trendfolger, die fundamental völlig intakt sind und nur durch das Marktumfeld mit nach unten gerissen wurden, zu Kursen bekommen, zu denen Sie sie nie wieder bekommen werden. Die meisten Trendfolger werden danach ihren Kurs schnell verdoppeln. Schauen Sie sich dazu einfach einen beliebigen Trendfolger von meiner Watchlist an, wie er sich von März 2009 bis Ende 2010 entwickelt hat, als wir ein ähnliches Umfeld hatten. Sie werden sehen, dass 100% Gewinn in einer Trendfolge-Aktie damals eher die Regel als die Ausnahme waren. Gehebelt sind dann natürlich mehrere Hundert Prozent schnell erreicht.

Nachdem wir aktuell 70% Cash im Vermögensaufbau-Depot haben, wären wir von einem Crash kaum betroffen und könnten im richtigen Moment zuschlagen. Dieses Szenario würde Ihnen also die besten Chancen für Ihre Investments bieten, aber davor noch sehr viel Geduld erfordern.

Wenn der Brexit nicht kommt

Wenn der Brexit nicht kommt, rechne ich besonders an den europäischen Märkten mit einer Erleichterungsrallye. Schon seit geraumer Zeit entwickeln sich die europäischen Indizes auffallend schwächer als die amerikanischen, ohne dass es dafür fundamentale Gründe gibt: Während die amerikanischen Indizes alle in der Nähe ihrer Allzeithochs sind, notiert der DAX noch etwa 20% darunter. Diese Divergenz dürfte sich in den nächsten Monaten abbauen. Ich habe auch schon einige Aktien für Sie heraus gesucht, die von der Brexit-Angst besonders betroffen sind und von einer solchen Erleichterungsrallye am meisten profitieren dürften.

Die eigentliche Entscheidung, wie es langfristig an den Börsen weltweit weitergeht, dürfte dann jedoch in den USA fallen. Auch Dow Jones & Co würden wohl Rückenwind bekommen und ihre Allzeithochs, die nur noch wenige Prozente entfernt sind, zumindest antesten. Schaffen sie es, diese dann nachhaltig zu überwinden, könnte ein mehrjähriger neuer Aufwärtstrend geboren sein – das ideale Marktumfeld für unsere Trendfolgeinvestitionen. Scheitern sie dagegen an ihren Allzeithochs, dann dürfte uns die momentane Seitwärtsbewegung noch eine Weile beschäftigen. Auch in einem solchen Umfeld sind Trendfolgeinvestitionen möglich, die Auswahl muss dann jedoch noch gründlicher erfolgen und das Timing noch besser sein.

Bis es soweit ist

Bis das Referendum entschieden ist, warten Sie entspannt ab und genießen Sie den Sommer! Es gibt wenig, was Sie jetzt noch sinnvoll tun könnten. Ich gehe davon aus, dass Sie Ihr Depot der aktuellen Lage bereits angepasst haben, wie wir es auch im Musterdepot gemacht haben, und von einem möglichen Crash nicht zu stark betroffen wären. Natürlich könnten Sie eine kleine spekulative Position kaufen, die z.B. auf steigende Kurse nach dem Votum der Briten setzt. Machen Sie sich aber immer bewusst, dass dies dann reines Glücksspiel ist und Sie dafür nur sehr wenig Kapital einsetzen sollten. Aufgrund der zu erwartenden hohen Volatilität wäre ich vor allem mit Knock Outs sehr vorsichtig! Mit dem Straddle aus dem Zusatzverdienst-Depot haben Sie bereits eine Position in Ihrem Depot, die ohne großes Risiko von der erhöhten Volatilität profitieren kann – und zwar egal in welche Richtung der Ausschlag kommt!

Marktanalyse

Wie bereits erwähnt: Der DAX preist momentan eine gesunkene Brexit-Wahrscheinlichkeit ein. Vom Tief der Vorwoche ging es schon wieder beeindruckende 600 Punkte nach oben. Dazu hat der DAX eine glasklare Inselumkehr hingelegt: Die Kerze der Vorwoche ist eine isolierte Kerze, die von zwei Kurslücken umgeben ist. Unter normalen Umständen wäre dies ein starkes Kaufsignal. Aber natürlich kann das übermorgen alles schon wieder Makulatur sein, wenn die Märkte auf das Brexit-Referendum reagieren.

Analyse Trendfolger Hannover Rück

Trendfolger Hannover Rück
Chart von ProRealTime. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Der Einstieg in die Hannover Rück erfolgte aufgrund einer ganzen Reihe von Signalen Mitte April (langer schwarzer Pfeil): Das Letri-System hatte kurz vorher ein Kaufsignal generiert (kleiner grüner Pfeil), in meinem Indikatorensystem gehörte die Hannover Rück in allen Bereichen zu den stärksten Aktien überhaupt und mit dem Überwinden des März-Hochs, das gleichzeitig das Überwinden der Hochs von Anfang und Mitte 2015 bestätigte, schien der Weg frei, um schnell das Allzeithoch anzugreifen und zu überwinden. Die Hannover Rück ist jedoch ein klassisches Beispiel dafür, dass auch gut ausgewählte Investments manchmal etwas Geduld brauchen, bis die Idee aufgeht. Nach einem kurzen Anstieg, ging es noch einmal in eine Korrektur, die mehrmals im Bereich der roten Linie ihr Ende fand. Letzte Woche eröffnete die Hannover Rück dann mit einer Kurslücke nach unten unterhalb dieses Unterstützungsbereichs und fand punktgenau Halt an der langfristigen Trendlinie, die sich durch die Tiefstände von Oktober 2014 und Februar 2016 ziehen lässt. Dies ist positiv zu werten, da die Tiefstände von 2015 nicht mehr getestet wurden und somit ein markantes höheres Tief gebildet wurde. Fehlt für den bestätigten Aufwärtstrend also nur noch ein höheres Hoch, das sicher nicht lange auf sich warten lassen wird, wenn es zum positiven Brexit-Szenario kommt. Diese Woche eröffnete der Trendfolger bereits wieder an der roten Linie, stieg von dort aus und vollendete somit wie auch der DAX eine Insel-Umkehr: Die Kerze der letzten Woche liegt losgelöst unter den restlichen Kursen und ist von zwei Kurslücken umgeben. Das ist bullish!

Premiumbereich

Die folgenden Inhalte beziehen sich auf Depotübersichten unserer Musterdepots sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Käufe von Aktien und Optionsscheinen auf Trendfolgeaktien. Diese Inhalte sind nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs der Lehne Trendfolgestrategie.
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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

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