Wochenanalyse Trendfolge

Liquidität vs. Handelskrieg – wer gewinnt?

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„Never fight the FED“ heißt ein bekanntes Börsensprichwort. Es bedeutet, dass wir als Anleger uns niemals gegen die Strategie der Notenbanken stellen sollen. Wenn die Notenbanken ihre Leitzinsen erhöhen, folgen oft Turbulenzen an den Aktienmärkten. Fluten die Notenbanken dagegen die Märkte mit Liquidität, sollten Sie nicht auf fallende Kurse setzen.

Letzte Woche hat zumindest verbal eine neue „Geldflutungsrunde“ begonnen. Mario Draghi betonte, dass weitere Leitzinssenkungen der EZB möglich seien. Verbessert sich der Wachstums- und Inflationsausblick für die Eurozone nicht, wird es weitere Stimulierungen durch die EZB geben. Der wichtigste Leitzins für Europa liegt aktuell bei 0,00 % und würde bei einer weiteren Absenkung ins Minus laufen. Draghi will diesen Schritt offenbar gehen.

Die FED hält die Füße nach ihren Zinssteigerungen vom letzten Jahr noch still – wohl auch, um ihre Unabhängigkeit von Präsident Trump zu betonen. Er hatte im Vorfeld vehement Leitzinssenkungen gefordert. Doch der FED-Chef Jerome Powell betonte auch, dass die FED handelt, sobald es nötig ist. Er bereitet die Märkte auf eine Leitzinssenkung in einer der nächsten Sitzungen vor. Damit wäre die Zinswende von steigenden zu fallenden Leitzinsen in den USA eingeläutet.

Der Wettlauf der Währungsabwertungen geht in eine neue Runde

Auch abseits dieser Hauptschauplätze wird weiterhin die Politik des lockeren Geldes gespielt. China pumpt Hunderte Milliarden US-Dollar in die Konjunktur, um die Folgen der Handelszölle abzufangen. Russland und Indien haben ihren Leitzins vor kurzem ebenfalls gesenkt. Einmal mehr befindet die Welt sich im Wettlauf der Währungsabwertungen.

Was bedeutet das für die Aktienmärkte? Momentan sind viele Anleger noch skeptisch, ob die Märkte nachhaltig neue Hochs bilden können. Gerade deswegen glaube ich, dass sich die hohe Liquidität am Ende einmal mehr durchsetzt: Wir könnten schon bald eine schöne Sommerrallye sehen!

Warum halten wir im Millionen-Depot trotzdem aktuell noch einen relativ großen Cashbestand? Das hat 2 Gründe: Erstens spekulieren wir nicht auf neue Hochs, solange sie nicht da sind. Ein neues Allzeithoch an den US-Märkten wäre erst der Startschuss für eine Sommerrallye, nicht deren Ende. Vorher besteht immer noch die Gefahr eines Doppeltops.

Wie geht es weiter im Handelskrieg?

Zweitens haben wir gerade in diesen Tagen wieder einmal eine explosive Situation im Handelskrieg. Einmal mehr wollen sich die Präsidenten Trump und Xi Ende dieser Woche zu Gesprächen treffen.

Sehr unterschiedlich sind die Vorstellungen der beiden Gesprächspartner von einem fairen Handel, hoch die Forderungen der USA an China. Haben die USA überhaupt ein Interesse an einer Einigung mit China? Wollen sie China nicht vielmehr so stark schaden, dass das Land in eine schwere Rezession rutscht? Dadurch könnte der Aufstieg Chinas zur Weltmacht Nummer 1 zwar auch nicht dauerhaft unterbunden werden. Er dürfte sich aber – je nach Stärke des Rückschlags – um einige Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte verzögern. Dass von einer solchen Chinakrise die ganze Welt betroffen wäre, würden die USA dafür billigend in Kauf nehmen.

Andererseits hat Donald Trump inzwischen den Wahlkampf für 2020 eingeläutet. Eine Fortsetzung oder Ausweitung des Handelskriegs könnte das amerikanische Wirtschaftswachstum endgültig bremsen. Die Aktienmärkte würden dann den Rückwärtsgang einlegen. Das wäre eine ernsthafte Gefahr für die Wiederwahl im nächsten Jahr. Schließlich machte Trump seinen persönlichen Erfolg immer an den Faktoren Wirtschaftswachstum und Aktienmärkte fest.

Donald Trump steckt also in einer Zwickmühle: Zeigt er weiterhin Härte gegenüber China, gefährdet das die amerikanische Wirtschaft. Geht er auf China zu, dürfte das seine Anhänger nicht freuen, die sich weiter Stärke wünschen.

Wir positionieren uns, sobald Klarheit herrscht

Niemand kann in dieser Situation sagen, was am Wochenende passiert und ob die Märkte am Montag früh einen großen Sprung nach oben oder unten machen.

Sie sind deshalb mit unserer Strategie weiterhin gut aufgestellt: Im Power-Depot, in dem wir mit geringen Hebeln arbeiten, bleiben wir voll investiert. Im Rendite-Depot nehmen wir heute sogar eine neue Position auf. In beiden Depots können wir einen vorübergehenden Rückgang leicht aushalten. Im Millionen-Depot mit seinen aggressiven Hebeln warten wir ab, bis mehr Klarheit über die künftige Marktrichtung herrscht. Dann werden wir schnell das restliche Kapital investieren.

Ich persönlich halte nach wie vor eine Sommerrallye für sehr wahrscheinlich. Denn am Ende wird sich die Liquidität wohl einmal mehr durchsetzen.

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Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

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