Wochenanalyse Trendfolge

„Ich bin vollkommen überzeugt, der DAX steht in einem Monat bei…“ (Wochenanalyse vom 13.4.2016)

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Natürlich lese auch ich die Meinungen anderer Analysten. Es gibt dabei auch durchaus Einige, deren Meinung ich sehr schätze. Es gibt aber auch Analysten, die ich nie verstehen werde. Es sind die, die vollkommen überzeugt ihre eigene Meinung vertreten, wohin die Märkte gehen werden und keine andere Meinung neben ihrer eigenen gelten lassen. Blind ignorieren sie jedes Zeichen, das ihrer Meinung entgegen steht und hartnäckig bleiben sie dabei, bis sie nicht mehr anders können als zuzugeben, dass sie falsch lagen und die Meinung zu revidieren. Als ich vor 15 Jahren angefangen habe, an den Börsen tätig zu werden, hatte ich auch diese Einstellung, dass die Märkte meiner Meinung folgen müssten, und ich musste viel Lehrgeld bezahlen, um festzustellen, dass die Märkte meine Meinung überhaupt nicht interessiert.

Mir ist aufgefallen, dass man momentan relativ viele solche Meinungen findet, und zwar komplett gegensätzliche. Viele Marktteilnehmer sind vollkommen davon überzeugt, dass die aktuelle Erholung an den amerikanischen Börsen nur eine Bärenmarktrallye ist, dass sie Teil einer großen Top-Bildung ist und uns die eigentliche Korrektur noch bevorsteht. Wenn das tatsächlich eintritt, könnte diese natürlich desaströs werden für alle, die blind zu 100% auf das gegensätzliche Bild vertrauen. Die gibt es nämlich auch. Sie sind vollkommen überzeugt, dass es das jetzt war mit der Korrektur. Der Rückgang des DAX Richtung 9500 Punkte war in ihrem Bild ein letztes Schwungholen für den nächsten Aufschwung, der den DAX zuerst zum Gap bei 10.700 Punkten und dann auf das Allzeithoch bei über 12.000 Punkten und darüber hinaus führen wird.

Natürlich behält ein Teil dieser Propheten Recht. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eines der genannten Szenarien früher oder später eintritt. Es ist aber brandgefährlich, seine komplette Investmentstrategie auf solche Erwartungen auszurichten. Denn Börse ist kein Wunschkonzert und meistens tritt genau das nicht ein, was die Mehrzahl der Marktteilnehmer erwartet. Die Logik dahinter ist ganz einfach: Wenn alle Marktteilnehmer für die nächsten Monate leicht fallende Kurse erwarten, dann haben sie in der Regel ihre kurz- bis mittelfristigen Positionen schon verkauft, um später günstiger zurückkaufen zu können. Woher aber soll dann noch der Verkaufsdruck für fallende Kurse kommen? Eigentlich kann er nur dann kommen, wenn die Korrektur so heftig wird, dass die Marktteilnehmer beginnen, auch an ihren längerfristigen Positionen zu zweifeln und auf den Markt schmeißen, was sie eigentlich halten wollten. Oder die Kurse beginnen aufgrund des fehlenden Verkaufsdrucks ganz einfach zu steigen. Beide Szenarien entsprechen aber nicht der Mehrheitserwartung leicht fallender Kurse.

Andererseits muss man sich natürlich eine Meinung vom Markt bilden, ansonsten kann man überhaupt nicht investieren. Dies geht aber nur über Wahrscheinlichkeiten, insbesondere mit Hilfe der Charttechnik. In den letzten Wochen hatte ich geschrieben, dass nach den starken Anstiegen an den amerikanischen Märkten und der damit verbundenen Überhitzung die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es zu einer Korrektur kommt, die durchaus auch mehrere Wochen dauern kann. Was also tun, wenn man eine solche Meinung hat? Alle Calls verkaufen, damit man sie später günstiger zurück kaufen kann? Natürlich wäre das der falsche Weg. Zum einen muss insbesondere bei unseren starken Trendfolgern gar nicht jeder Wert eine solche Korrektur unbedingt mitmachen. Zum zweiten klappt es sowieso nie regelmäßig, dass man am höchsten Punkt aus- und am tiefsten Punkt wieder einsteigt. Als Reaktion auf diese Erwartung haben wir also ganz einfach unsere Investitionsquote aus Calls, Cash und Puts leicht verschoben und einen Put zur Absicherung aufgenommen.

Wenn jetzt weitere charttechnische Marken nach unten fallen sollten oder eine unserer Depotpositionen ein kurzfristiges Verkaufssignal generiert, dann würden wir in der momentanen Marktlage lieber etwas früher als zu spät weitere Calls verkaufen, denn die meisten unserer Calls laufen nur noch acht bis neun Monate und müssen somit in den nächsten Monaten gerollt werden. In dieser Situation macht es keinen Sinn mehr, einen kompletten Korrekturschub auszusitzen. Auch die Aufnahme weiterer Absicherungspositionen käme in Frage.

Aktuell sieht es aber nicht danach aus. Der DAX hat sich dynamisch von der 9500 Punkte-Marke wieder nach oben abgesetzt und schnuppert schon wieder an den 10.000 Punkten. Die amerikanischen Märkte haben bisher nichts als eine kleine Flagge ausgebildet. Eine Flagge ist eine typische Trendfortsetzungsformation und wenn diese nach oben aufgelöst wird, ist der Weg für weiter steigende Kurse erst einmal frei. Im Moment steigt also die Wahrscheinlichkeit für ein positives Szenario wieder. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich rechne noch diese Woche mit Kaufsignalen, um eines unserer Depots oder auch mehrere Depots mit weiteren Positionen zu ergänzen. Denn das ist der Königsweg: Mit jedem charttechnisch positiven Signal bauen Sie die Calls in Ihrem Depot schrittweise weiter auf. Mit jedem charttechnisch negativen Signal nehmen Sie das Risiko heraus, indem Sie Cash oder Puts aufbauen. Aber: Diesen Aufbau nehmen wir nie in Erwartung eines Signals vor, sondern erst dann, wenn das Signal tatsächlich da ist. Wenn die Märkte freundlich sind und ein Wert, der für unser Depot in Frage kommt, ein Stärkesignal aussendet (Punkt 3 unserer Checkliste für die Aufnahme neuer Positionen), dann hören Sie von mir. Wenn nicht, dann nicht.

Marktanalyse

Die Marktanalyse entfällt heute, da sie im einleitenden Teil bereits enthalten ist.

Analyse Trendfolger Home Depot

Trendfolger Home Dept
Chart von ProRealTime. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Den Trendkanal von Home Depot habe ich seit der letzten Analyse etwas steiler gezeichnet. Mit den Tiefs von 2014 und 2016 und den Hochs von 2013 (hier nicht mehr zu sehen) und 2015 ergibt sich ein Kanal, der den größten Teil der Bewegungen von Home Depot umfasst. Lediglich Ende 2015 gab es ein leichtes Überschießen nach oben, damals wurde ein neues Allzeithoch gebildet, mit dem Home Depot jetzt wieder kämpft. Home Depot ist deshalb ein Wert, der unter besonderer Beobachtung steht: Sollte der Trendfolger von den Allzeithochs wieder abprallen, werden wir uns kurzfristig vorerst davon trennen. Sollte das Allzeithoch dagegen dynamisch überwunden werden, wäre sogar eine Trendbeschleunigung, also ein dauerhaftes Verlassen des Trendkanals nach oben denkbar, denn dann würde sich ein mittelfristiges Kursziel von $160 ergeben.

Premiumbereich

Die folgenden Inhalte beziehen sich auf Depotübersichten unserer Musterdepots sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Käufe von Aktien und Optionsscheinen auf Trendfolgeaktien. Diese Inhalte sind nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs der Lehne Trendfolgestrategie.
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Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

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