Wochenanalyse Trendfolge

Allzeithoch = teuer? Nicht immer! Wann Sie Aktien am Allzeithoch billig kaufen können

image_pdfimage_print

Vor einiger Zeit fragte mich ein Anleger: „Herr Lehne, warum empfehlen Sie immer Aktien am Allzeithoch? Wären Schnäppchen mit Aufholpotenzial nicht lukrativer?“

Nun, zunächst einmal kaufen wir natürlich nicht alle Aktien immer am Allzeithoch. Ich empfehle Ihnen durchaus auch Werte, die stark korrigiert haben.

Voraussetzung ist, dass der langfristige Mega-Trend intakt ist und wir ein Stärkezeichen im Chart sehen.

Andererseits verstehe ich nicht, warum so viele Anleger Scheu vor dem Allzeithoch haben. Ein Allzeithoch ist charttechnisch das wichtigste Stärkezeichen, das es gibt. Und es ist bei einem Mega-Trendfolger eher Normalität als Ausnahme.

Vielen Anlegern fehlt der Glaube, dass Aktien auf Dauer immer weiter steigen können. Und natürlich wird niemand bestreiten, dass selbst der stärkste Mega-Trendfolger zwischendurch korrigiert.

Der Moment, wenn nach einer solchen Korrektur ein neues Allzeithoch erreicht wird, ist oft der beste langfristige Einstieg in einen intakten Mega-Trend. Unterliegen Sie deshalb nicht dem Irrglauben, dass ein Allzeithoch immer gleichzusetzen ist mit zu teuer.

Wie ermittelt man, ob eine Aktie billig oder teuer ist?

Schauen wir uns zuerst gemeinsam an, wie man überhaupt ermitteln kann, ob eine Aktie billig oder teuer ist: Die wichtigste Bewertungskennzahl hierfür ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es ist keine Hexerei, das zu berechnen: Macht ein Unternehmen 10 Euro pro Aktie Gewinn und die Aktie notiert zum Kurs von 200 Euro, ergibt sich ein KGV von 200 geteilt durch 10, also 20.

Umgekehrt können Sie aus dem KGV die Rendite errechnen, die das Unternehmen für seine Aktionäre erwirtschaftet. Teilen Sie dazu einfach 100 durch das KGV. Beträgt das KGV beispielsweise 25, so erwirtschaftet das Unternehmen für Sie als Anteilseigner eine Rendite von 4 %.

Wäre das KGV immer konstant, dann wäre es für uns Aktionäre ganz einfach. Es würde bedeuten: Steigt der Gewinn des Unternehmens um 10 %, dann muss auch der Aktienkurs um 10 % steigen.

Doch in der Praxis schwankt das KGV natürlich. Nach einer extremen Korrektur wie der Finanzkrise sind Aktien unterbewertet und das KGV ist sehr niedrig. Nach einer Übertreibungsphase ist es oft irrwitzig hoch.

Wenn wir uns das KGV des gesamten DAX seit 1980 anschauen, sehen wir die höchsten Werte Ende der 1990er Jahre. Damals betrug es um die 30. Den niedrigsten Wert hatten wir nach der Eurokrise im Jahr 2011 mit einem Wert von unter 8. Aktuell liegt es bei knapp 14 und ist damit von einer Übertreibung noch weit entfernt.

Doch solche Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Schließlich ist es gar nicht so leicht, das KGV zu berechnen. Wie hoch der Kurs steht, ist klar – da genügt ein Blick auf den Chart. Doch welchen Gewinn setzt man dazu im Verhältnis? Den Gewinn der letzten 12 Monate? Die Gewinnschätzungen für das laufende Kalenderjahr oder für die nächsten 12 Monate? Je nachdem, auf welcher Finanz-Plattform Sie recherchieren, werden Sie deshalb auch unterschiedliche KGV-Werte für die gleiche Aktie finden.

Kommen wir also zurück zu einer Aktie, die nach einer längeren Korrektur ein Allzeithoch erreicht. Schauen wir uns als Beispiel dazu die Henkel-Aktie an.

Henkel konnte von der Finanzkrise bis zum Frühjahr 2015 sehr konstant steigen und war nach einem extremen Schlussspurt zum damaligen Zeitpunkt bei einem Kurs von 115,20 Euro sicherlich leicht überbewertet.

Chart von ProRealTime. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Seitdem hat es der Mega-Trendfolger eher gemächlich angehen lassen, aber dennoch Stärke gezeigt: Trotz mehrerer zwischenzeitlicher Korrekturen stieg der Aktienkurs um etwa 11,9 % in gut zwei Jahren. Das ist sicher kein schlechtes Ergebnis, wenn Sie es mit Ihrem Sparbuch vergleichen.

Der Gewinn von Henkel legte im gleichen Zeitraum jedoch um fast 32 % zu: Während Henkel im Jahr 2015 nur 4,42 Euro pro Aktie erwirtschaftete, werden für dieses Jahr 5,83 Euro je Aktie erwartet.

Wäre das KGV in den letzten Jahren identisch geblieben, müsste die Aktie jetzt also 32 % höher stehen und nicht nur 12 %. Das macht die Aktie im Vergleich zum Frühjahr 2015 „billiger“, obwohl sie in der reinen Kursbetrachtung am Allzeithoch steht.

Noch extremer ist es beim Biotech-Wert aus unserem Depot: Hier hat sich der Gewinn pro Aktie seit 2015 in etwa verdoppelt, während der aktuelle Kurs noch fast 20 % unter dem damaligen Höchstkurs liegt. Das macht die Aktie im Vergleich zu damals sehr billig.

Natürlich darf man nicht vergessen: In den damaligen Spitzen beide Aktien überbewertet.

Machen Sie sich aber stets klar, dass der Kurs alleine nichts darüber aussagt, ob eine Aktie billig oder teuer ist.

Schafft es ein Unternehmen, jedes Jahr seinen Gewinn zu steigern, kann es auch viele Jahre lang neue Allzeithochs erreichen. Dadurch wird die Aktie nicht automatisch teuer. Denn das KGV ändert sich nicht, wenn die Unternehmensgewinne im gleichen Verhältnis steigen wie der Aktienkurs.

Haben Sie also keine Angst vor Investitionen am Allzeithoch! Fast immer sind solche Aktien die bessere Option im Vergleich zu einem „Rohrkrepierer“, der nach einer starken Korrektur als Schnäppchen zu haben ist, aber weder Gewinnwachstum noch Aufwärtstrend vorweisen kann.

Marktanalyse

Der Markt weiß im Moment nicht so recht, wohin er will. Wir sehen viele Fehlsignale auf beiden Seiten. Nach einem starken Ausbruch auf neue Allzeithochs am Montag bzw. Dienstag morgen fielen der S&P 500 und der DAX gestern sofort wieder zurück. Doch auch Ausbrüche auf der Unterseite Aktien führen bei vielen Aktien nicht zu Anschlussverkäufen, sondern werden sofort wieder gekauft.

Meiner Meinung nach wäre eine kurze kräftige Korrektur ein Segen für die Märkte. Sie könnte den Weg frei machen für die Fortsetzung dieser Rallye. Ob es so kommt, wird sich wohl an der Technologie-Börse Nasdaq entscheiden. Sinkt der Nasdaq 100 unter die Tiefs der letzten Woche, dann dürfte er diesmal auch die übrigen Märkte mit in den Keller reißen. Steigt er dagegen auf Schlusskursbasis über die Hochs der Vorwoche, dann ist alles wieder in Butter.

Bei deutlichen Korrekturzeichen werden wir unsere Absicherungspositionen ausbauen. Aktuell sehen wir nur Warnsignale.

Premiumbereich

Die folgenden Inhalte beziehen sich auf Depotübersichten unserer Musterdepots sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Käufe von Aktien und Optionsscheinen auf Trendfolgeaktien. Diese Inhalte sind nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs der Lehne Trendfolgestrategie. Leser des Börsenbriefs „Lehne’s MegaTrends“ erhalten die Informationen als pdf per Email zugesandt.
Testen Sie Lehne’s MegaTrends jetzt 30 Tage lang gratis und risikolos!

 

 

Feedback

Wenn Sie Fragen zur Lehne Trendfolgestrategie haben, beantworte ich diese jederzeit gerne persönlich unter trendfolge@lehne.de.

Oder hinterlassen Sie unten einen Kommentar zu diesem Artikel, um ein Feedback abzugeben.

Kategorie:Wochenanalysen

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

Risikohinweise sowie Hinweise bzgl. Interessenkonflikten:
Ziel dieser Website ist es, Trendfolgestrategien vorzustellen. Die hier besprochenen Käufe von Aktien und Optionsscheinen finden in einem real bei einer deutschen Bank geführten Musterdepot statt. Sie können jedoch keine individuelle Anlageempfehlung oder Investmentberatung darstellen. Sie richten sich an eigenverantwortliche Anleger, die Chancen und Risikon von Aktien und Optionsscheinen einschätzen können. Aktien und Optionsscheine sind Investments, bei denen in extremen Fällen eine Position bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sinken kann. Sollte ein Leser oder Abonnent dieser Seite aufgrund von hier getätigten Empfehlungen Anlageentscheidungen treffen, trägt er das volle Risiko der getätigten Investition selbst. In den hier vorgestellten Aktien und Optionsscheinen bin ich selbst investiert, in den Musterdepots mit mindestens 100% des angegebenen Kapitals.