Wochenanalyse Trendfolge

Abwarten (Wochenanalyse vom 15.6.2016)

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Als ich anfing, mich mit der Börse zu beschäftigen, habe ich natürlich auch den einen oder anderen Börsenbrief abonniert, um Strategien kennenzulernen und meine Ergebnisse zu verbessern. Ich erinnere mich noch genau an einen Dienst, der eine Weile ganz erstaunliche Ergebnisse brachte. Er empfahl immer wieder gehebelte Instrumente, die in relativ kurzer Zeit 50-100% Gewinn machten. Doch plötzlich wurden die Empfehlungen weniger und dann kamen über viele Wochen überhaupt keine Empfehlungen mehr. Ich habe den Dienst dann gekündigt, denn schließlich will man für sein Geld ja eine Gegenleistung. Heute weiß ich, wie klug der Autor dieses Börsendienstes damals war und wie naiv meine Reaktion.

Denn es gibt nun mal Börsenphasen, in denen Sie richtig gut Geld verdienen können. Das ist dann der Fall, wenn die Märkte eine klare Richtung vorgeben (das kann auch abwärts sein) und klare Signale bei einzelnen Werten generiert werden, die diese übergeordnete Richtung bestätigen. Dann brauchen Sie nur Calls auf gute Aktien in Aufwärtstrends beziehungsweise Puts auf schlechte Aktien in Abwärtstrends kaufen und werden fast immer im Gewinn landen.

Und dann gibt es Börsenphasen, in denen es richtig schwer ist, Geld zu verdienen. Die Börsen tendieren richtungslos, auf einen mühsamen Aufwärtstrend folgt ein plötzlicher und heftiger Abverkauf, nur um danach wieder langsam zu steigen. Auch in solchen Phasen generieren einzelne Werte Kaufsignale, doch hinterher stellen sie sich oft als Fehlsignal heraus, weil eine kurzfristige Korrektur am Gesamtmarkt einen eigentlich starken Wert wieder mit in die Tiefe reißt.

Ich will damit nicht sagen, dass man in solchen Phasen gar nicht investieren kann. Zum einen sind dann natürlich langfristige Aktieninvestments mit einem Anlagehorizont von vielen Jahren sehr interessant. Denn starke Trendfolger folgen in solchen Phasen der Marktkorrektur und sind zu Schnäppchenpreisen zu bekommen. Ob es dann kurzfristig noch einmal scharf nach unten geht, ist bei einem solchen Anlagehorizont mehr oder weniger egal (außerdem kann man das Risiko eines Einstiegs im falschen Moment reduzieren, wenn man nicht das komplette Kapital auf einmal investiert, das für diesen Anlagehorizont vorgesehen ist).

Zum zweiten kristallisieren sich auch in solchen Zeiten gute Werte heraus, die dem Markt trotzen können und steigen. Hierfür braucht es dann aber besonders starke Kaufsignale und man sollte für kurzfristige, gehebelte Investments niemals einfach auf Verdacht zugreifen, sondern auf gut bestätigte Signale warten.

Wenn solche Signale jedoch nicht kommen, dann gibt es nur eine Strategie, die in diesen Phasen sinnvoll ist: Abwarten.

Ich weiß, dass das Abwarten vielen Investoren und erst recht Tradern schwer fällt. Sie haben Geld am Konto liegen, das investiert werden soll und schließlich gibt es am Sparbuch kaum noch Zinsen. Doch machen Sie sich immer bewusst: Nur Kapital, das Sie in unklaren Phasen vor Wertverlust geschützt haben, steht Ihnen danach für neue Investitionen zur Verfügung. Investitionen, mit denen Sie dann sehr schnell reich werden können, wenn das Marktumfeld klarer ist.

Eine solche richtungslose Phase haben wir jetzt schon seit gut einem Jahr. Und die kurzfristige Entwicklung trägt nichts zur Aufklärung bei – im Gegenteil. Deshalb ist es besonders wichtig, die Einzelwerte in solchen Zeiten gut zu analysieren. Ich hatte es keineswegs im Voraus geplant, dass unser Vermögensaufbau-Depot in der heißen Phase der Entscheidungen diese und nächste Woche bei stolzen 70% Cash steht. Aber der Markt hat es einfach vorgegeben. Seit einem Monat gab es nur noch Verkaufssignale und keine Kaufsignale mehr.

Ich habe einige Aktien auf meiner Watchlist, von denen ich erwartet hatte, dass sie ein sehr starkes Kaufsignal generieren. Ein Kaufsignal, das eine Formation abschließen würde, die sich über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr gebildet hat. Bisher kam es jedoch nicht. Das kann sich schnell ändern. Bis es jedoch so weit ist, ist die beste Strategie: Abwarten!

Marktanalyse

Seit der Wochenanalyse vom vergangenen Mittwoch hat der DAX satte 600 Punkte verloren. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Die Unsicherheit über FED-Entscheidung und Brexit dürfte vor allem Kleinanleger zu Verkäufen veranlasst haben. Ein institutioneller Anleger reagiert auf solche frühzeitig bekannten Termine nicht erst so spät. Das Unterschreiten der 10.000 Punkte-Marke am vergangenen Freitag bringt dann jedoch die großen Stillhalter von Optionen ins Spiel. Bei 10.000 Punkten liegt eine riesige Position mit Puts, die Ende dieser Woche verfallen und am letzten Freitag vorerst in den Gewinn gelaufen sind. Das veranlasst die Stillhalter, sich ihrerseits durch Verkäufe von DAX-Positionen abzusichern und verstärkt die Bewegung.

In den amerikanischen Indizes sieht es noch sehr viel freundlicher aus. Zwar hat sich auch hier der Markt ein wenig abgekühlt, von einem Bärenmodus kann man aber dort noch lange nicht sprechen.

Diese Woche stehen drei Termine an, die eine sehr hohe Volatilität erwarten lassen: Heute entscheidet die FED über die Leitzinsen, morgen die Bank of Japan. Und am Freitag ist dreifacher Hexensabbat an, der große Verfallstag von Optionen und Futures.

Mit der hohen Cashquote in den gehebelten Depots und der langfristigen Ausrichtung im Wohlstandssicherungs-Depot warten wir diese Zeit entspannt ab.

Analyse Trendfolger Amazon

Trendfolger Amazon
Chart von ProRealTime. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

In Amazon sind wir doppelt investiert. Zum einen begleiten wir den Trendfolger im Zertifikat der Internetunternehmen, zum zweiten haben wir seit 30.3.2016 (schwarzer Pfeil) im Zusatzverdienst-Depot einen Call auf Amazon. Unserem Kauf folgte ein sehr dynamischer Anstieg, mit dem auch das vorherige Allzeithoch von Ende Dezember (rote Linie) übertroffen werden konnte. Im schwächeren Marktumfeld bewegt sich Amazon nun seitwärts. Dass sich diese Konsolidierung komplett oberhalb des alten Widerstands abspielt und die Verluste im schwachen Marktumfeld bisher sehr gering sind, spricht eindeutig für Amazon. Möglicherweise kommt es noch einmal zu einem Rücktest des alten Ausbruchsniveaus bei ca. $700. Danach wäre der Weg nach oben dann frei.

Premiumbereich

Die folgenden Inhalte beziehen sich auf Depotübersichten unserer Musterdepots sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Käufe von Aktien und Optionsscheinen auf Trendfolgeaktien. Diese Inhalte sind nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs der Lehne Trendfolgestrategie.
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Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

Risikohinweise sowie Hinweise bzgl. Interessenkonflikten:
Ziel dieser Website ist es, Trendfolgestrategien vorzustellen. Die hier besprochenen Käufe von Aktien und Optionsscheinen finden in einem real bei einer deutschen Bank geführten Musterdepot statt. Sie können jedoch keine individuelle Anlageempfehlung oder Investmentberatung darstellen. Sie richten sich an eigenverantwortliche Anleger, die Chancen und Risikon von Aktien und Optionsscheinen einschätzen können. Aktien und Optionsscheine sind Investments, bei denen in extremen Fällen eine Position bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sinken kann. Sollte ein Leser oder Abonnent dieser Seite aufgrund von hier getätigten Empfehlungen Anlageentscheidungen treffen, trägt er das volle Risiko der getätigten Investition selbst. In den hier vorgestellten Aktien und Optionsscheinen bin ich selbst investiert, in den Musterdepots mit mindestens 100% des angegebenen Kapitals.