Wochenanalyse Trendfolge

Warum 2021 nicht mit 2000 vergleichbar ist

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In den Medien liest man immer wieder, dass die Märkte derzeit ähnlich überhitzt wären, wie im Jahr 2000 und es deswegen bald zu einem fürchterlichen Crash kommen muss. Ich will Ihnen heute jedoch einen wesentlichen Unterschied aufzeigen.

Im Jahr 2000 wurde an der Börse alles gekauft. In der Endphase der Dotcom-Euphorie gab es kaum noch Verlierer. Egal, wie wackelig das Geschäftsmodell war, egal wieviel Verlust das Unternehmen schrieb: Mit der Aussicht auf eine rosige Zukunft durch das damals noch neue Internet wurde alles gekauft, ganz besonders, wenn das Geschäftsmodell irgendetwas mit „online“ zu tun hatte.

Wir hatten tatsächlich Anfang dieses Jahres eine Situation, die ein bisschen vergleichbar war. Zwar waren die Kurse aus meiner Sicht in diesem Jahr nie so überhitzt wie 2000. Aber damals liefen vor allem Wachstumsaktien besonders gut, die interessante Zukunftsaussichten haben, aber erst in vielen Jahren Gewinn schreiben werden. Wir haben damals davon profitiert, zum Beispiel durch unsere Plug Power-Tranche, die wir mit + 320 % nach gut 3 Monaten verkauft haben. Oder Roku, das uns + 139 % in einem ähnlichen Zeitraum einbrachte.

Seit Februar sind viele Wachstumsaktien nicht mehr gefragt

Dann begann der Markt jedoch zu differenzieren. Während wenige große Unternehmen weiter zulegten, sind viele kleinere Aktien seitdem nicht mehr gefragt. Ich würde mittlerweile sogar sagen, dass wir schon mittendrin stecken in einer großen Korrektur der kleinen Aktien und besonders der Wachstumsaktien. Sie dauert nun schon fast ein Jahr an und könnte deswegen bald zu Ende sein.

Natürlich können Sie mir entgegnen, dass die steigenden Zinsen auch in Zukunft schlecht für Wachstumsaktien sind. Diese Aussage ist grundsätzlich richtig. Viele Wachstumswerte auf meiner Watchlist haben aber schon 50 % und mehr korrigiert. Das lässt sich nicht mehr mit leicht steigenden Zinsen begründen, sondern ist ein echter Abbau von Überhitzungen.

Schauen wir uns erst einmal die Indizes an: Der Russel 2000 enthält keine großen Aktien und ist deswegen ein guter Maßstab für die Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen. Dieser Index ist zwar in keinen Abwärtstrend übergegangen, befindet sich aber seit Februar in einer großen Seitwärtsbewegung. Die Tiefs von gestern lagen im Bereich der Kurse von Mitte Januar – von Überhitzung keine Spur.

Auch der Nasdaq Composite ist ohne die 5 größten Aktien tief im Minus


Nun glauben Sie vielleicht, dass es bei den Technologieunternehmen besser gelaufen ist. Schließlich dominiert Technologie unsere Welt. Außerdem notieren der Nasdaq 100 und der viel breitere Nasdaq Composite in der Nähe ihrer Allzeithochs. Doch auch dieser Eindruck täuscht: Auch die Technologieindizes wurden vor allem von den größten Werte nach oben getrieben.

In dieser Grafik sehen Sie, wie der Nasdaq Composite (blaue Linie) in diesem Jahr abgeschnitten hat und wie er ohne die Top 5-Unternehmen abgeschnitten hätte (gelbe Linie). Rechnet man sie heraus, dann ist der Index in diesem Jahr mit über 20 % im Minus, wie Sie in der Grafik erkennen können.

Selbst im S&P 500 sieht es nicht viel anders aus. Wie Goldman Sachs anmerkt, entfielen 51 % der Rendite des Index seit Ende April auf Microsoft, Alphabet, Apple, Nvidia und Tesla.

Der „ETF der Innovationsaktien“ verlor zwischen Februar und Dezember 44 %

Wenn es um disruptive Wachstumsaktien geht, ist der amerikanische ARK Innovation ETF ein guter Maßstab. Er brachte es bisher auf eine Jahresperformance von -24 %. Von seinem Hoch im Februar bis zum gestrigen Schlusskurs gab er über 40 % ab.

Einzelne Wachstumsaktien sind noch stärker unter die Räder gekommen, auch solche, die wir vorübergehend im Depot hatten und bei denen wir zum Glück das Risiko rechtzeitig begrenzt haben: Digital Turbine war nach unserem Einstieg hoffnungsvoll gestartet. Wir sahen sofort ein schönes Plus von über 20 % im Depot. Dann ging es plötzlich abwärts und die Aktie verlor von ihrem Hoch am 1.11. bis zu ihrem Tief am 6.12. über 50 % an Wert – in nur gut einem Monat!

Viele bekannte Aktien, die wir nicht im Depot hatten, hat es noch schlimmer erwischt: Teamviewer und der einstige Stay-at-Home-Star Peloton verloren beide knapp 80 % zwischen Februar und Anfang Dezember. Docusign gab von Anfang September bis Anfang Dezember fast 60 % ab. Pinterest schloss gestern über 60 % unter seinem Jahreshoch.

Das sind keine Einzelfälle. Bei der Durchsicht meiner Charts fallen mir sehr viele Aktien auf, die von ihrem Jahreshoch schon 40 %, 50 %, 60 % oder im Extremfall 80 % korrigiert haben.

Wohlgemerkt sind das alles Unternehmen, die ein tragfähiges Geschäftsmodell haben. Ihr einziger Makel ist, dass sie „nur“ rasant steigende Umsätze vorweisen können, aber heute noch keinen oder wenig Gewinn machen.

Anders als 2000 haben viele hoch bewertete Aktien schon korrigiert

Das Fazit ist also, dass es vor allem wenige große Unternehmen sind, die in diesem Jahr für die Wertzuwächse in den Indizes gesorgt haben. Wir haben darauf reagiert und haben viele dieser großen Unternehmen mittlerweile im Millionen-Depot: Alphabet, Amazon, Apple, bis vor kurzem auch Meta und Nvidia. Den Nvidia-Schein haben wir im Februar gekauft und vor Kurzem in zwei Tranchen mit + 457 % und + 501 % verkauft.

Viele andere Unternehmen stecken schon das ganze Jahr in einer Korrektur fest, die sie in Seitwärtsbewegungen festhält oder schon zu heftigen Abschlägen geführt hat. Ist das ein Zeichen für einen schwachen Markt? Ja, ganz klar! „Die Flut hebt alle Boote“, heißt es, und eine gesunde Rallye treibt die Mehrzahl der Aktien nach oben. Dieser schwache Markt steht uns aber nicht bevor, sondern dauert nun schon seit Februar an.

Für uns ist es das kein Grund zum Jammern: Das Marktumfeld ist wie es ist, und es lassen sich ja auch in diesem unruhigen Markt außerhalb der ganz großen Adressen attraktive Positionen finden, die schon nach kurzer Zeit solide im Gewinn sind. Beispiele dafür sind Moderna, adesso, Seagate und Zebra im Rendite-Depot. Sie alle haben wir erst in diesem Jahr gekauft haben und sie konnten schon ein schönes Polster aufbauen. In 1-2 Jahren können sie bei + 100 % oder + 200 % Gewinn stehen.

Die aktuellen Niveaus können günstige Einstiegsgelegenheiten sein

Der heutige Markt ist also nicht vergleichbar mit 2000. Der wichtige Unterschied ist: Damals waren die meisten Wachstumsaktien nach einem immer steileren Anstieg auf Bewertungshöchstständen. Heute haben viele schon kräftig korrigiert und sind jetzt wieder auf einem vernünftigen Niveau.

Deswegen glaube ich, dass die aktuellen Kurse schon sehr bald attraktive Einstiegsgelegenheiten bieten, besonders bei Wachstumsaktien. Sobald diese Aktien wieder mehr gefragt sind, greifen wir zu!

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Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

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