Wochenanalyse Trendfolge

Die 200 Tage Linie

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Ich grüße Sie aus Mauritius, einem kleinen Inselparadies im Indischen Ozean.

Manchmal ist es ganz gut, das Börsengeschehen mit Abstand zu betrachten. Fern vom heimischen Büro und ohne den ständigen Blick auf kleinsten Kursbewegungen hat man einen besseren Blick für das große Ganze. Mein Ziel ist es, Ihr Depot auf eine Million Euro zu bringen, dafür haben wir zehn Jahre Zeit. Ob ein Trendfolger zwischenzeitlich ein paar Prozente im Minus ist oder ein Optionsschein mal zweistellig abgibt, spielt da keine Rolle. Denn in einem kompletten 10-Jahres-Zyklus kommt früher oder später immer die Zeit, in der Sie mit der Trendfolge richtig viel Geld verdienen werden.

Als einleitenden Artikel bekommen Sie heute aufgrund meines Urlaubs einen Text aus meinem Archiv. Es geht es um ein besseres Verständnis für die 200-Tage-Linie, die ich in meinen Analysen oft erwähne.

Die 200 Tage Linie

Sicherlich ist Ihnen schon aufgefallen, dass ich in meinen Analysen oft von der 200-Tage-Linie oder vom gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage spreche. Beides ist das Gleiche. Damit Sie die Begriffe besser verstehen und meine Analysen noch besser nachvollziehen können, möchte ich heute noch einmal kurz darauf eingehen, wie eine solche Linie entsteht und was sie bedeutet.

Der aktuelle Wert eines gleitenden Durchschnitts ist nichts anderes als der Durchschnitt der letzten Schlusskurse. Um den Wert der 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis zu berechnen, wird also der Durchschnitt der Schlusskurse der letzten 200 Handelstage gebildet.

Aber wie wird aus diesem aktuell berechneten Wert eine schwankende Linie, wie Sie sie in jeder guten Chartsoftware einblenden können? Ganz einfach: Mit jedem neuen Schlusskurs ändert sich dieser Durchschnitt natürlich ein bisschen. Der Schlusskurs von heute fließt nach Handelsschluss in die Berechnung mit ein, der älteste Wert fällt dafür heraus. Wenn wir den so jeden Tag neu berechneten Durchschnitt im Chart eintragen und die Werte miteinander verbinden, dann erhalten wir die 200-Tage-Linie.

Man kann natürlich auch andere Zeiteinheiten betrachten: Für kurzfristige Analysen ist die 20-Tage-Linie üblich, die 4 Wochen umfasst, wenn man Feiertage mal außer Acht lässt. Für mittelfristige Analysen gibt die 10 Wochen umfassende 50-Tage-Linie gute Anhaltspunkte. Und langfristig orientierte Anleger schauen sich vor allem die 200-Tage-Linie an, manchmal auch die 256-Tage-Linie, weil diese alle Handelstage des letzten Jahres umfasst. Ich persönlich halte die 200-Tage-Linie jedoch für aussagekräftiger, weil Sie in der Öffentlichkeit mehr Beachtung findet und jeder populäre Indikator auch eine sich selbst erfüllende Prophezeiung ist.

Was können Sie mit diesen gleitenden Durchschnitten also machen? Zunächst einmal können Sie betrachten, ob sie steigen oder fallen. Bei einem Trendfolger, der immer wieder neue Höchststände ausbildet, sollten diese Linien kontinuierlich steigen: Solange der heutige Schlusskurs höher ist als der Schlusskurs vor 200 Handelstagen, der aus der Berechnung herausfällt, steigt die Linie. Wenn das jeden Tag so ist, gibt es eine schöne konstant steigende 200-Tage-Linie.

Als nächstes können Sie betrachten, ob der aktuelle Aktienkurs über oder unter der 200-Tage-Linie liegt. Solange der Kurs darüber liegt, ist er höher ist als im Durchschnitt der letzten 200 Tage. Auch das sollte bei einem guten Trendfolger der Fall sein. Fällt er doch einmal darunter und die Aktie beginnt sich anschließend wieder zu erholen, dann gilt es als Kaufsignal, wenn der Kurs die 200-Tage-Linie nach oben durchkreuzt. Es ist ein Zeichen, dass die Erholung eine gewisse Nachhaltigkeit hat. Ebenso gilt es als Kaufsignal, wenn ein kurzfristiger gleitender Durchschnitt einen längeren von unten nach oben durchkreuzt, wenn also beispielsweise die 50-Tage-Linie den gleitenden Durchschnitt auf 200-Tage-Basis durchstößt.

Die 200-Tage-Linie ist außerdem eine gute Unterstützung in Korrekturen. Ein Mega-Trendfolger hält sich oft weit oberhalb dieser Linie auf. Wenn er dann auf den Durchschnitt der letzten 200 Tage zurückfällt, wird dies von vielen Anlegern als Schnäppchenpreis betrachtet. Es finden sich in diesem Bereich dann oft genügend Käufer, die den Kurs wieder nach oben treiben. Umgekehrt ist es ein sehr schlechtes Zeichen, wenn diese Reaktion ausbleibt und der langfristige gleitende Durchschnitt von einem Trendfolger ohne Gegenwehr wie Butter nach unten durchschnitten wird. Dann ist möglicherweise etwas mit der Entwicklung nicht in Ordnung und Sie sollten hellhörig werden.

Schließlich ist die 200-Tage-Linie auch noch ein gutes Signal für Überhitzungen, und zwar wenn wir den Abstand des aktuellen Kurses von der 200-Tage-Linie in Prozent betrachten. Wie eben erläutert, sollte sich ein guter Trendfolger zwar so oft und so lange wie möglich oberhalb dieses gleitenden Durchschnitts aufhalten. Gerade für einen Einstieg ist es aber meist ein schlechter Zeitpunkt, wenn der Kurs schon zu weit davongelaufen ist. Jeder Trendfolger muss auch einmal eine Korrektur durchmachen, die ihn dann oft in den Bereich dieses gleitenden Durchschnitts zurückführt. Wenn eine Aktie beispielsweise schon 50 % oberhalb der 200-Tage-Linie notiert, ist die Gefahr eines Rückschlags erheblich größer, als wenn sie nur 10 % darüber liegt.

Die 200-Tage-Linie und die kurzfristigeren gleitenden Durchschnitte sind also ein sehr einfacher, aber dennoch vielseitig einsetzbarer Indikator. Gerade die Tatsache, dass ihn so viele Analysten und auch kleine Anleger verwenden und sich an ihm orientieren, macht ihn so stark in seiner Aussagekraft.

Eines sei aber noch gesagt: Natürlich kann die Betrachtung von gleitenden Durchschnitten immer nur eines von mehreren Indizien sein, wenn es darum geht, Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zu treffen. Automatisierte Handelssysteme, die alleine auf Signalen aus gleitenden Durchschnitten basieren, funktionieren normalerweise nicht zuverlässig genug.

Bei den Depotanalysen schauen wir uns gleich einen Chart mit gleitenden Durchschnitten an, damit der Theorie auch Praxis folgt.

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Die folgenden Inhalte beziehen sich auf Depotübersichten unserer Musterdepots sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die Käufe von Aktien und Optionsscheinen auf Trendfolgeaktien. Diese Inhalte sind nur sichtbar für Abonnenten des Premiumbereichs der Lehne Trendfolgestrategie. Leser des Börsenbriefs „Lehne’s MegaTrends“ erhalten die Informationen als pdf per Email zugesandt.
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Kategorie:Wochenanalysen

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Artikel von: Stefan Lehne

Zu meiner Person

Mein Name ist Stefan Lehne, von Beruf bin ich Diplom-Kaufmann mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Schon während meines Studiums habe ich meine erste eigene Firma gegründet, mit 29 Jahren habe ich sie erfolgreich verkauft. Die Frage, wie ich den Verkaufserlös gewinnbringend an der Börse anlegen und mehren kann, brachte mich damals dazu, mich intensiver mit dem Thema Aktien und Börse zu befassen.

Bereits seit über 15 Jahren investiere ich nun in Aktien und Optionsscheine, auch viele andere Investments habe ich ausprobiert. Dabei musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass die meisten Börsenstrategien langfristig einfach nicht funktionieren. Dies möchte ich Ihnen ersparen. Deshalb habe ich beschlossen, meine Trendfolgestrategie öffentlich zu machen, die mich nunmehr seit 10 Jahren als gewinnbringende Börsenstrategie mit erstaunlichen Erfolgen begeistert.

Meine Trendfolge-Strategie verfolge ich mit echter Leidenschaft. Jeden Morgen analysiere ich die Charts "meiner Trendfolger" und suche die Besten der Besten für Sie heraus. In der Vergangenheit konnte ich selbst erleben, wie mit Trendfolge-Aktien in allen Marktphasen mittelfristig hohe Gewinne erzielt werden können. Mit Optionsscheinen auf solche Aktien können Sie aus einem überschaubaeren Anfangskapital ein echtes Vermögen machen.

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