Freiwillige (und nicht empfohlene) Absicherungsstrategien

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Auf dieser Seite habe ich bis vor kurzem freiwillige Absicherungsstrategien für risikoscheue Anleger angeboten, ohne dass ich wirklich dahinter stehen konnte, ein Depot auf diese Weise zu führen. Ich tue dies ab sofort nicht mehr, weil jede Absicherungsstrategie in unserem speziellen Fall zu einer schlechteren Performance führt.  In kritischen Marktphasen betreiben wir allerdings aktives Money Management und erhöhen die Cashquote bzw. nehmen Puts zur Absicherung auf.

Ich weiß, dass es für viele Investoren ungewohnt ist, ein Depot so stark schwanken zu lassen, wie es unsere Depots tun, insbesondere das Optionsschein-Depot. Dennoch möchte ich eines ganz klar sagen: Meine Erfahrung zeigt, dass sich in fast allen Marktphasen eines Trends mittelfristig ein Trendfolge-Depot ohne jegliche Absicherung am besten entwickelt. Beachten Sie bei den Schwankungen Ihres Depots auch immer, welchen Anteil das Depot an Ihrem Gesamtvermögen ausmacht. Ich empfehle beispielsweise konservativen Anlegern, in der Anfangsphase maximal 10% des Gesamtvermögens in Optionsscheine zu stecken. Wenn das Depot dann um 25% schwankt, entspricht dies einer Schwankung von lediglich 2,5% bezogen auf Ihr gesamtes Vermögen. Wenn das Optionsschein-Depot durch sein kontinuierliches Wachstum später einen größeren Anteil ausmacht, dann gerade durch die Schwankungen, die in einem solchen Depot wichtig und zielführend sind. Zu diesem Zeitpunkt haben Sie dann auch bereits ein größeres Vertrauen in die Strategie.

Wenn Sie die Schwankungen Ihres Depots also gut aushalten können und bei Rücksetzern nicht unruhig werden, empfehle ich Ihnen, keine der Absicherungsmaßnahmen anzuwenden. In mittel- bis langfristigen Abwärtstrends werden wir unsere Strategie im Musterdepot ohnehin anpassen und ggf. die Cashquote erhöhen oder Put-Positionen aufbauen. Außerdem wird jede Ihrer Positionen täglich von mir überprüft und ein passender Verkaufszeitpunkt ausgewählt, falls die zugrundeliegende Trendfolge-Aktie den Aufwärtstrend nachhaltig verlässt.

Put Optionsscheine

Es ist immer sehr viel schwieriger, Abwärtstrendfolger zu finden als Aufwärtstrendfolger. Der Grund ist ganz einfach: Während eine gute Firma immer wieder neue Ideen und Strategien entwickeln kann, wie sie ihren Umsatz weiterentwickeln und ihren Gewinn steigern kann, um so auch für Kurssteigerungen an den Börsen zu sorgen, erreicht im Abwärtstrend selbst die schlechteste Aktiengesellschaft irgendwann ein Bewertungsniveau, ab dem weitere Abschläge nicht mehr gerechtfertigt sind.

Die Puts, die wir aufnehmen, wenn der Markt sich mittelfristig negativ entwickelt, sind deshalb auch eher kurzfristig charttechnisch angeschlagene Aktien als langfristige Abwärtstrends.

 

Stop Kurse

Von Stopp Kursen rate ich noch dringender ab als von Put Optionsscheinen, ganz besonders im Optionsschein-Depot. Es wäre in der Vergangenheit bereits mehrmals vorgekommen, dass selbst großzügig gesetzte Stop-Kurse an volatilen Tagen intraday ausgestoppt worden wären und die Optionsscheine am Tagesende dann wieder 20-30% höher standen. Zudem lässt sich bei Optionsscheinen ein sinnvolles Stop-Niveau nur sehr schwer berechnen, da sich mit jeder Kursänderung auch die implizite Volatilität des Optionsscheins ändern kann, die einer von mehreren Faktoren ist, die den Preis des Optionsscheins bestimmen. Dazu kommt schließlich noch, dass ein Stop-Kurs keineswegs garantiert, dass Sie den Schein auch zu diesem Preis verkaufen können. Wenn eine Aktie am Morgen beispielsweise mit einer Kurslücke eröffnet, kann der Optionsschein ebenfalls weit unter dem von Ihnen gesetzten Stop-Kurs eröffnen und der Stopp dann zu einem sehr ungünstigen Kurs ausgeführt werden.

Lesen Sie hier einen ausführlichen Artikel, warum Optionsscheine und Stop Loss sich nicht vertragen.